"Notre Musique" im Filmmuseum im November

2. November 2006, 17:03
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Gegenwartskino im Rundblick mit 40 Spiel- und Dokumentarfilmen im Rahmen des Mozart-Projekts "New Crowned Hope"

Wien - Als Fortsetzung der Viennale, als Konkretisierung oder auch als Gegenentwurf zum Programm des Wiener Filmfestivals lässt sich das Programm des Österreichischen Filmmuseums im November lesen. Filmmuseums-Direktor Alexander Horwath und sein Team haben eine "Filmgeschichte der Gegenwart" zusammengestellt. Unter dem Titel "Notre Musique" - in Anlehnung an Jean-Luc Godards gleichnamiges Alterswerk - wurde die Retrospektive im Rahmen des Mozart-Projekts "New Crowned Hope" umgesetzt.

Vierzig Spiel- und Dokumentarfilme seit dem Jahr 2000 umfasst das Programm, das nur eine Woche nach Ende der Viennale startet. Mit "Sehnsucht" von Valeska Grisebach und "Bamako" von Abderrahmane Sissako sind auch zwei Filme zu sehen, die gerade im Programm des Festivals standen. Und mehrere weitere Filme stammen von Regisseuren, die in den vergangenen Jahren regelmäßig mit Filmen in Wien vertreten waren - wie Hirokazu Koreeda, Rithy Panh, Shinji Aoyama, Zacharias Kunuk oder Lisandro Alonso.

Zeugnis von der Welt

Für die Auswahl der Filme maßgeblich war laut Filmmuseum die "ungebrochene Kraft des Kinos, Zeugnis von der Welt zu geben". Dementsprechend reiche das Spektrum "von eindrucksvollen Alterswerken bis zu jungen, neuen Erzählweisen, vom robusten Genrekino bis zu fragilen Essays oder dokumentarischen Fiktionen". Unter den Filmen finden sich "Atanarjuat" von Kunuk und "Eureka" von Aoyama ebenso wie "The Royal Tenenbaums" von Wes Anderson oder "Land Of The Dead" von George A. Romero. Dazu sind je zwei Werke der Argentinierin Lucrecia Martel und des Thailänders Apichatpong Weerasethakul zu sehen.

Mehr als die Hälfte der gezeigten Filme hat bzw. hatte in Österreich keinen Verleih, so das Filmmuseum in einer Aussendung, einige davon sind sogar Österreich-Premieren. Zudem werden die sieben im Auftrag von Peter Sellars für "New Crowned Hope" gestalteten Filme im Rahmen der Schau am 27., 29. und 30. November zu sehen sein. Zuvor laufen die preisgekrönten Filme rund um die Ideen aus Mozarts letztem Schaffensjahr von 17. bis 22. November als Viennale-Special im Gartenbaukino.

Den Auftakt zur Reihe, die eine Konkretisierung bzw. eine Essenz des Gegenwartskinos zu destillieren versucht, macht Godard mit "Notre Musique". Als "unsere Musik" versteht das Filmmuseum "die Texturen, den Sound, die Räume und Figuren, die den abstrakten Begriff der zeitgenössischen Realität mit Leben erfüllen". Als kleiner Verweis auf den Mozart-Zusammenhang wird dazu als Vorfilm "What Mozart Saw On Mulberry Street" von Rudy Burckhardt und Joseph Cornell aus dem (Mozart)jahr 1956 gezeigt. (APA)

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    foto: filmmuseum

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