Danone Austria kämpft um Marktanteile

17. November 2006, 15:28
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Der französische Konzern will in Österreich mit angeblich gesundheitsfördernden Produkten seine Markt­position steigern

Wien - Der französische Nahrungsmittelproduzent Danone will in Österreich mit "Functional Food" - angeblich gesundheitsfördernde Produkte - seine Marktanteile erhöhen. Bei derzeitiger Lieferantensituation würde dies eine Reduktion des Anteils an österreichischer Milch bedeuten, da Produkte wie "Actimel" und Activia" mit Milch aus Polen bzw. Tschechien hergestellt werden.

In Österreich wird mit der Tirol Milch das nicht zu "Functional Food" zählende "Dany + Sahne" erzeugt. 25 Prozent der von Danone in Österreich verwendeten Milch kommt aus Österreich, der Rest aus dem Ausland. Dies habe mit der internationalen Konzernstruktur zu tun, so der seit hundert Tagen im Amt befindliche Danone Österreich-Chef Frank Uszko am Dienstagabend vor Journalisten. Zum von Milchbauern heftig kritisierten Milchpreis meinte Uszko, dass dieser im europäischen Vergleich im höheren Bereich liege und die Tirol Milch "gut zahlt".

Das Unternehmen gebe rund ein Prozent des Jahresumsatzes von konzernweit 13 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung aus, um verstärkt "innovative Produkte wie 'Actimel'" auf den Markt zu bringen. Wobei die Produktzusammensetzung auf die Nahrungsmitteldefizite der jeweiligen Länder abgestimmt werde, hieß es.

Dämpfer für "Fruchtzwerge"

Rund 15 Prozent des Umsatzes investiert der Konzern in Werbung, wobei in Österreich der Anteil bei über 20 Prozent liegt. Im Dezember des Vorjahres musste Danone beim Werbeauftritt in Österreich jedoch einen Dämpfer hinnehmen: Die Werbung für das Produkt "Fruchtzwerge" wurde vom Oberlandesgericht Wien wegen Irreführung untersagt. Kernaussage: "Fruchtzwerge" enthalten zwar, wie werbewirksam versprochen, keinen Kristallzucker, sind aber trotzdem nicht wesentlich gesünder als viele andere gesüßte "Kindersnacks".

Dazu hieß es Dienstagabend, dass der Zucker- und Fettgehalt des Produkts in den zwanzig Jahren auf dem Markt stark gesenkt wurde, was auch Experten begrüßen würden. Man sei außerdem ständig dabei, die Erzeugnisse den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen anzupassen. Zur Diskussion um gentechnisch veränderte Lebensmittel merkte Uszko an, er hoffe auf eine EU-weite Regelung, die Klarheit bringe.

Dividenden-Erhöhung

In Österreich erwirtschaftete der Konzern im Vorjahr mit 62 Mitarbeitern rund 60 Mio. Euro Umsatz, im von Wien aus betreuten Slowenien waren es etwa 12,5 Mio. Euro, erarbeitet von 18 Beschäftigten. Der Gesamtkonzern hatte 2005 seinen Nettogewinn auf 1,5 Mrd. Euro mehr als verdreifacht. Der Umsatz stieg um 6,1 Prozent auf 13 Mrd. Euro. Heuer soll die Dividende um 26 Prozent auf 1,70 Euro erhöht werden. Bis zu 1 Mrd. Euro will das Unternehmen künftig in Zukäufe investieren, primär in Chile, Tunesien, Thailand, China und Osteuropa, hieß es im August aus der Konzernzentrale in Paris. Vor einem Jahr hatten es noch Gerüchte gegeben, dass Danone selbst bald gekauft werden könnte. Kolportierter Käufer: Der US-Getränkekonzern PepsiCo. Danone-Chef Franck Riboud meinte dazu kürzlich lapidar: Gegen feindliche Übernahmen ist kein Kraut gewachsen.

"Wir wollen künftig den Milchanteil aus Österreich bei Functional Food erhöhen und das bestehende Portfolio bereits 2007 ausbauen", erklärte Danone Österreich-Chef Frank Uszko am Mittwoch. Bereits jetzt werde ein "nennenswerter" Anteil heimischer Milch diesen Produkten, die angeblich gesundheitsfördernde Wirkung haben, zugesetzt. Außerdem solle der Milchanteil der Alpenrepublik bei Exportprodukten erhöht werden. Derzeit kommen 25 Prozent der in Österreich verwendeten Milch aus Österreich. (APA)

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Danone
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    foto: danone austria
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