Lik-Sang gibt auf und schließt Online-Shop

3. November 2006, 10:41
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Das in Hongkong ansässige Unternehmen macht Sony Computer Entertainment für das Ende verantwortlich

In einer Stellungnahme kündigt der, in Hongkong ansässige, Videospielhändler Lik-Sang.com das Ende seines Online-Shops an. Man werde keine Bestellungen für Videospiele mehr entgegennehmen und auch ausstehende Bestellungen nicht mehr abwickeln, so die Stellungnahme.

Die Schuldfrage

Lik-Sang.com wird allen KundInnen in den nächsten Tagen bereits gezahlte Vorausleistungen erstattet, heißt es weiter. Das Unternehmen macht Sony Computer Entertainment für das Ende des Online-Shops verantwortlich. Der japanische Elektrokonzern Sony hatte Lik-Sangs Muttergesellschaft Pacific Game Technology Limited, verklagt, weil japanische Playstation Portables (PSP) nach Europa exportiert wurden. Ein britisches Gericht hatte vor wenigen Tagen diese Verkäufe für illegal erklärt.

Kein Spaß

Sony hat zudem weitere juristische Schritte angekündigt, um einen Parallelverkauf der Playstation 3 (PS 3), die ab dem 11. November in Japan im Handel erhältlich sein wird, nach Europa zu verhindern. Im Online-Shop nahm Lik-Sang bereits seit mehreren Wochen Vorbestellungen für die PS3 entgegen, allerdings wurden dafür keine Anzahlungen verlangt und auch kein endgültiger Preis genannt. Die Vorbestellungen sollen mittlerweile storniert und die KundInnen informiert worden sein.

Schutz

Sony argumentierte seine Klage damit, dass man europäische KundInnen schützen wolle. Die aus Japna importierten Geräte würden nicht den europäischen Sicherheitsbestimmungen entsprechen und auch nicht mit 220-Volt-Netzteilen ausgeliefert werden. Lik-Sang hatte dieser Argumentation stets widersprochen und den KundInnen auch passende Netzteile mitgeliefert. Sony sieht sich nicht verantwortlich für das Ende des Online-Shop. Aus Sicht der Japaner sei weder ein Vertreter von Pacific Game Technology vor Gericht erschienen, noch habe Lik-Sang bisher Zahlungen an Sony geleistet. Lik-Sang siht mit der Entscheidung des britischen Gerichts nun einen Präzedenzfall geschaffen und geht davon aus, dass nun bald weitere Klagen von weiteren Konsolen- und Videospielherstellern gegen andere Online-Händler folgen werden.(red)

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