Gegessen wird im Salon

von Severin Corti  |  28. Oktober 2006, 17:00
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    Sven Bader (li.) kocht, Felix Strasser serviert, die Kaiserin wacht: "Ein Wiener Salon" ist eine der erfrischendsten Neueröffnungen des Jahres

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Ein Architekt und ein Modeschöpfer erfüllten sich einen Traum, der Stadt haben sie damit eine der erfrischendsten Restaurant-Eröffnungen des Jahres geschenkt

Auf der Stubenbastei, einer stillen Gasse der Wiener Innenstadt, hat ein Lokal aufgesperrt, das man auch als Passant leicht übersieht. Das wäre schade, gar so dicht sind die Eröffnungen außerordentlicher Restaurants nämlich nicht gesät. "Ein Wiener Salon" hat mit dem monumentalen Umspannwerk an der Ecke zur Liebenberggasse zwar ein extra-trockenes Visavis, im Lokal eröffnet sich dafür ein opulentes Interieur, das von einer spektakulären Tapete in Königsblau und Silber dominiert wird.

Die Tische sind in feinem Tuch eingedeckt, die bequemen, mit Damast und doppeltem Korbgeflecht bespannten Boffi-Stühle ironisieren den ornamentverliebten Geist längst versunkener Zeiten, über allem thronen die (spielerisch verfremdeten) Larger-than-life-Porträts von Kaiserin Maria Theresia und Gemahl, dazwischen wieselt der rundliche Spaniel der Betreiber: Alles hier wirkt wie eine Antithese zum zusehends erschöpften Pseudomodernismus, der die Neueröffnungen zahlloser Restaurants der Hauptstadt in den vergangenen Jahren bestimmt hat. War auch höchste Zeit.

Nicht zufällig ist einer der beiden Betreiber Architekt. Felix Strasser ist 27, Tiroler und hat bei Zaha Hadid sein Studium abgeschlossen. Sein Partner Sven Bader ist 31, Schwabe und hat nach einer Hoteliersausbildung Mode studiert. Beide erfüllten sich mit dem "Salon" einen Traum: zeigen, was geht, und zwar (vorerst?) ohne weiteres Personal: Sven Bader werkt in der offenen Küche, Felix Strasser kümmert sich um die Gäste, das muss reichen.

Was geht, ist schon jetzt richtig beeindruckend: eine kleine, feine Speisekarte etwa, die in verspielter Jugendstil-Typo gesetzt ist und schon beim Lesen Lust auf alles macht, was draufsteht. Einen ebenso persönlichen wie (im besten Sinne) amateurhaften Service, der einen spüren lässt, dass man sich hier fast wie ein privater Gast fühlen darf - mitsamt den Rechten und Pflichten, die das einschließt. Eine wonnevolle Abfolge von Speisen schließlich, die mit Mut und großer Sensibilität zusammengestellt und gewürzt sind, auf hohem Niveau und mit einer ungestümen Energie dargeboten, wie man sie wohl einzig von nicht gelernten Köchen erwarten darf: "Wolfsbarsch & Rüben" etwa ist eine von drei Vorspeisen, fast rohes, köstlich mariniertes Filet mit dünnen Scheiben knackiger Rüben in den Farben Rot, Gelb und Orange, dazu eine subtil abgeschmeckte Kräutersauce - sehr stylish, sehr, sehr gut. Orecchiette mit Kürbis und Vongole ist safrangetränkte Pasta mit reichlich Muscheln und bissfestem Kürbis, kontrastreich, stimmig, richtig köstlich. Die wild herbstliche Topinamburcreme bekommt eine - endlich einmal - kräftig und kurz angebratene Wachtelbrust beigelegt, und die flaumigen, knusprig angebratenen Gnocchi zum Hirschragout gehören schlicht zu den allerbesten von überhaupt, jene italienischer Mammas inklusive. Reservierung scheint unerlässlich! (Severin Corti/Der Standard/Rondo/27/10/2006)

Ein Wiener Salon
Stubenbastei 10
1010 Wien
Tel.: 0660-654 27 85
Di-So 18-24 Uhr
VS € 7-12,50 HS € 15,50-19
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20 Postings
anton-aus-tyrol 
18.06.2007 12:28
Eines der genialsten Lokale, die ich je erlebt habe!

Weiter so!! An alle Gäste, nicht geizen: Ruhig die 6 Gänge nehmen, es zahlt sich wirklich aus!

die ratte
19.02.2007 12:34
das ist missbrauch eines geschützten namens!

nun springen zwei männer kommerziell auf den salon zug auf ... auch wenn die lokaleröffnung noch so erfrischend ist: der wiener salon war immer ein treffpunkt bei dem kunst und kultur, sowie der intellektuelle austausch eine rolle spielte und kein kommerzieller fresstempel ... so nobel er auch sein mag ...

Philipp Ostenhof
25.08.2007 12:31
Was haben Sie...

...denn für ein Problem?

die ratte
25.08.2007 15:22
ein markenrechtliches!

Philipp Ostenhof
27.08.2007 17:58
Ach, machen Sie sich...

...nicht lächerlich!

die ratte
27.08.2007 19:46
und sie sich auch nicht ...

... herr oberwichtig! was regen sie sich auf? was geht das sie an?

Philipp Ostenhof
22.09.2007 15:20
Was mich das angeht? Ich kommentiere bloß ...

... Ihre anmaßenden und beleidigten Postings. Bei näherer Betrachtung werden sie nämlich umso lächerlicher:

Laut patentamt.at wurde "Der Wiener Salon" am 14.12.2004 von Reiterer Christine, 1110 Wien registriert - als Wortbildmarke!!

derwienersalon.com zeigt dann worum es geht.

Erstens ist es ziemliche Chuzpe, mit Ihrem am 4.10.2004 gegründeten Verein (ZVR# 879787664 auf zvr.bmi.gv.at) den historischen Wiener Salon zu vereinnahmen.

Zweitens haben Sie keine Wortmarke, sondern eine Wortbildmarke registriert. Damit ist bloß Ihr Logo geschützt. Daraus einen markenrechtlichen Anspruch gegenüber den Betreibern dieses Lokals abzuleiten ist auch recht kühn.

Die Betreiber dieses Lokals kenne ich übrigens nicht, dafür aber das Markenrecht.

die ratte
21.10.2007 12:21
finde ihre art äusserst befremdend,

das ist nur eine der registrierungen. dann schauen sei mal genauer nach! auch "wiener salon" ist geschützt.

anton-aus-tyrol 
18.06.2007 12:28

Nachdem die österreichische Kunst eh so lahm ist, macht das gar nichts! Außerdem existierte das Wort Salon schon bevor ein paar Künstler daraus eine Vereinigung gemacht haben... Und hier geht es wirklich um einen Salon! Das hat einen tieferen Sinn. Aber besser: Zuerst einmal hingehen und dann schimpfen.

die ratte
19.06.2007 00:29
ach so ...

... dann sollten sie mal nachlesen!

der salon war immer der zeitgenössischen kultur verpflichtet und bürgerlich ...

dieses lokal hängt sich an den barock an und maria theresia hat nichts mit salons zu tun .. salons waren die gegenveranstaltung der höfischen soireen ...

das ist einfach ein, zugegebenermassen, besseren lokale von wien. aber leider, das essen war nicht berauschend, die atmosphäre eher ungemütlich, die gastgeber die einzigen die rauchten und dir rechnung falsch ... aber was soll's, man war ja bei freunden.

geh schatzi
14.03.2007 18:54
salonzug?

mein herz, bist du süß! den wiener salon gibt es seit exakt 69 jahren nicht mehr, die marke ist gelöscht, und alle wissen von wem...

die ratte
15.03.2007 07:55
haben wir miteinander kirschen gestohlen?

aha, vor 69 jahren gelöscht? egal von wem auch immer ...

kleiner tipp: dann schauen sie mal ins aktuelle markenregister ...

GRUYÈRE
02.11.2006 10:58
Ein kleiner Hinweis

darauf, dass das Lokal gerade Urlaub macht, hätte vielleicht geholfen.

kumite
02.11.2006 08:56
ein bild mit seltenheitswert

die bader-strasser bande wieder im blickpunkt öffentlichen interesses. nach jahrzehnten des untertauchens hat sich die ehemalige RAF in FDH (Fett Dekadent Hedonistisch) umbenannt und dem asketischen lebenswandel den kampf angesagt. als kopf der bande gilt nach wie vor die feiste maria t. (bildmitte), zu ihrer rechten s.bader (sous-chef), kurz bevor er von maria eine kopfnuss bekommt. zu marias linken gudrun e., nunmehr f.strasser, aka der löffelschmied.

Sophisticated81
29.10.2006 13:08
Einzigartiges Ambiente!

Für mich eines der besten Neueröffnungen der letzten Jahre mit ausgezeichnter Küche und persönlichen Flair.

sehr gutt
29.10.2006 19:42

und sind die buben wirklich so süss wie auf dem bild?

Sophisticated81
30.10.2006 12:16

Ja sehr , aber leider zusammen ;-)

oberpücher
29.10.2006 21:27
und ist der modeschöpfer der in der mitte,

mit den roten wangerln?

Max Kahlenberg
31.10.2006 20:24
Lesen bildet: Also LESEN !!!

doc w
01.11.2006 11:52

haben sie den spass nicht verstanden?

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