US-Soldat bei Familienbesuch in Bagdad entführt

27. Oktober 2006, 09:05
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Armee: Mit gefesselten Händen in ein Auto gezwungen

Bagdad - Ein in Bagdad vermisster US-Soldat ist nach Armeeangaben von Unbekannten entführt worden. Der Übersetzer sei von den vermummten Tätern aus der Wohnung von Familienangehörigen verschleppt worden.

Er sei mit gefesselten Händen in ein Auto gezwungen worden, teilte die US-Armee am Dienstag mit. Der Mann, ein US-Bürger irakischer Abstammung, habe Angehörige besucht, die außerhalb des schwer bewachten Regierungsviertels wohnten, der so genannten Grünen Zone. Die Entführer hätten sich später mit dem Handy ihres Opfer bei seinen Verwandten gemeldet. Der Soldat galt seit Montagnachmittag als vermisst.

Durchsuchungen

Zuvor hatten US-Soldaten auf der Suche nach dem vermissten Kameraden Teile der irakischen Hauptstadt durchkämmt. Mit Unterstützung von gepanzerten Fahrzeugen und Hubschraubern sperrten sie das Stadtviertel Karadah (Karrada) ab, das von Sunniten und Schiiten bewohnt wird. Sie errichteten Straßenkontrollen und durchsuchten Häuser. "Wir nutzen alle zur Verfügung stehenden Ressourcen", sagte ein Sprecher, "Bodentruppen und Luftunterstützung". Auch ferngelenkte Drohnen kamen zum Einsatz.

Der Fall weckte Erinnerungen an die Entführung zweier US-Soldaten im Juni bei Yusufiya, einer Al-Kaida-Hochburg südlich von Bagdad. Ihre Leichen wurden später verstümmelt aufgefunden. Der Oktober ist in diesem Jahr schon jetzt der Monat mit den höchsten Verlusten für die US-Armee, mindestens 86 Soldaten wurden bisher getötet.

Die anhaltende Gewalt setzt US-Präsident George W. Bush vor den Kongresswahlen in zwei Wochen zunehmend unter Druck. Seine Republikanische Partei muss dabei nicht zuletzt wegen der Irak-Politik mit dem Verlust von Mandaten rechnen. (APA/Reuters)

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