Constanze forscht

30. Oktober 2006, 18:50
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Am Bodensee startet Dreiländerprojekt über Vogelgrippe

Der Virus-Subtyp A/H5N1, Verursacher der Vogelgrippe, mag es kühl. Deshalb gilt mit Beginn der kalten Jahreszeit in Winterquartieren von Wildvögeln wieder Alarmstufe rot. Wie am Bodensee, wo rund 250.000 Vögel überwintern.

Rechtzeitig vor Winterbeginn wurde das Forschungsprojekt Constanze gestartet. In den nächsten drei Jahren wollen Forschungsinstitute aus der Schweiz und Deutschland mit der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungswesen (AGES) Grundlagen für den Schutz von Hausgeflügel liefern (Budget: zwei Millionen).

Die Constanze-Forscher arbeiten auf fünf Ebenen: Constanze 1 beobachtet. Auf der deutschen und Schweizer Seite des Bodensees nehmen zwei Vogelwarten das Vogelleben ins Visier, analysieren Daten der Wasservogelzählungen und statten Tiere mit Funksendern aus. Mit dem Programm wollen die Ornithologen herausfinden, welche Vogelarten die Grippe an welche Vögel weitergeben und welche Vögel den Erreger auf Hausgeflügel übertragen.

Constanze 2 überwacht. Wasservögel werden in Reusen und Käfigen gefangen, Blutproben werden untersucht. Damit will man mehr über die Verbreitung der Vogelgrippe zu verschiedenen Jahreszeiten erfahren. Stockenten mit gestutzten Flügeln werden in Gehegen gehalten. Über diese Lockvögel will man das Übertragungsrisiko durch Wildvögel erforschen. Schließlich werden Schwäne eingefangen und auf H5N1 untersucht. Die Proben sollen zeigen, ob im Sommer Tiere infiziert wurden.

Projekt Bluttest

Mit Constanze 3 wollen das Schweizer Institut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe und das deutsche Friedrich-Loeffler-Institut einen Bluttest entwickeln, der außer H5N1 auch andere Virustypen, die auch Vogelgrippe auslösen, bestimmen kann. Die beiden Institute kooperieren bei Constanze 4, das sich mit der Ansteckung von Schwänen und Schweinen auseinandersetzt. Aus den Daten soll ein Risikomodell errechnet werden, dass die Verbreitung der Vogelgrippe in der Region aufzeigt und die Veterinärbehörden bei der Planung von Schutzmaßnahmen unterstützt. (jub/DER STANDARD, Printausgabe, 25. Oktober 2006)

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