Die Marke Maria

25. Oktober 2006, 00:21
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Die 19-jährige Maria Scharapowa, die in den USA lebt, ist gegen­wärtig der größte weibliche Sportstar

Maria Scharapowa spielt ab Donnerstag bei den Generali Ladies in Linz Tennis. Linz - Sie ist die bestbezahlte Sportlerin der Welt. Mit 25,4 Millionen Dollar pro Jahr rangierte Maria Scharapowa im Magazin Sports Illustrated an vierter Stelle (ohne US-Sportler) hinter den Herren Schumacher (80 Millionen), Rossi (30) und Ronaldinho (29,1). Am Dienstag und in Linz erzählte die 19-jährige Russin, die sich wie eine US-Amerikanerin anhört, aus ihrem Leben. Spätestens mit dem Wimbledonsieg 2004 war der neue Superstar geboren, doch schon Jahre zuvor waren die Sponsoren Schlange um das Riesentalent gestanden.

Dabei hatte alles ganz anders begonnen. Ihre Eltern Juri und Jelena entschieden sich 1986, aus Gomel in Weißrussland nach Sibirien zu ziehen. Sie flohen vor Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe. Ein Jahr darauf wurde Maria in Nyagan geboren, mit vier Jahren hielt sie schon den ersten Tennis-Schläger in der Hand. Drei Jahre später übersiedelte Papa Juri mit seiner Tochter in die USA. Scharapowa trainierte bald in Bradenton, Florida, bei Nick Bollettieri, und galt mit Elf als künftiger Star.

"Mit Maria bauen wir eine Marke auf", sagte sich bald Max Eisenbud von der Vermarktungs-Firma IMG. Nach einem Meeting mit einem Kollegen, Max Steinberg, dessen wichtigster Klient ein gewisser Tiger Woods ist, wusste Eisenbud, wie man Scharapowa eine Plattform schaffen kann.

Es mache sie stolz, nun etwas an ihre Eltern zurückgeben zu können, meint Scharapowa. "Meine Familie hat sehr viel geopfert in ihrem Leben, um mir die Möglichkeit zu geben, zu machen, was ich machen wollte."

Scharapowa sagt, dass sie ohne Idole aufgewachsen ist. Weshalb es ihr komisch vorkommt, dass junge Mädchen sie heute zu ihrem Idol machen. Ob sie glaubt, dass sie etwas versäumt hat in ihrer eigenen Kindheit? "Ich war nie in einem Klassenzimmer mit dreißig Kindern, hatte nie das tägliche Sozialleben. Aber vermisse ich es? Ich hatte es nie!" Jetzt hat sie viel Geld. "Geld ist Papier. Aber natürlich mag ich Mode, kaufe mir gerne Kleidung und Juwelen - wie jedes andere junge Mädchen auch." Vor sechs Wochen gründete sie eine eigene Charity-Aktion, die Kinder unterstützt, die ihre, Scharapowas, Möglichkeiten nicht haben. (APA, red - DER STANDARD PRINTAUSGABE 25.10. 2006)

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