Blizzard geht an italienische Tecnica

Mehrheitseigner Stöckl tritt 66-Prozent-Anteil an Blizzard per 1. November an norditalienischen Ski-Schuhhersteller ab

Salzburg - Der norditalienische Ski-Schuhhersteller Tecnica Group, der vor zwei Jahren von der Bekleidungsgruppe Benetton die Ski- und Schuhmarke Nordica übernommen hat, übernimmt den Mittersiller Ski-Hersteller Blizzard. Dies berichten das "WirtschaftsBlatt" und die "Salzburger Nachrichten" in ihren Mittwochausgaben. Das Unternehmen wollte die neue Partnerschaft ursprünglich erst bei einem Pressegespräch am Freitag anlässlich des Skiweltcupauftakts in Sölden (der unterdessen abgesagt wurde) verkünden.

Der Investor Anton Stöckl stellt seine Anteile an Blizzard (bisher 66 Prozent) zur Verfügung. Die Tecnica-Gruppe übernimmt die Mehrheitsbeteiligung zum 1. November 2006. Tecnica ist ein weltweit führender Skischuhhersteller (Lowa, Dolomite). Zu der Gruppe gehört unter anderem auch die Marke Nordica, außerdem vertreibt man unter anderem Völkl- und Elan-Ski.

"Zahlreiche Synergien"

Der niederösterreichische Holzunternehmer Stöckl hatte seine Anteile am Mittersiller Skihersteller im April 2005 vom Raiffeisenverband Salzburg übernommen. Blizzard-Geschäftsführer und Dritteleigentümer Karl Hofstätter ist mit dem neuen, "sehr starken Partner", wie er laut "SN" sagt, sichtlich zufrieden: "Es gibt zahlreiche Synergien zu nutzen", verspricht er. Konkret sollen zusätzlich mehr als 100.000 Paar hochpreisige Ski künftig in Mittersill produziert werden.

Die Kartellwächter seien über den Deal seit Montag informiert, berichtet das "WirtschaftsBlatt". Sie müssen bis 20. November entscheiden, ob die Machtübernahme der Italiener ohne vertiefte Prüfung über die Bühne geht.

Einwände seien laut Branchenkennern nicht zu erwarten: Blizzard ist zwar in Österreich hinter Atomic, Fischer und Head die Nummer vier, weltweit hat der Pinzgauer Skihersteller aber nur geringe Marktbedeutung. Selbst Nordica, das unter dem vormaligen Eigentümer Benetton die Vorarlberger Skimarke Kästle gekauft hat, spielt am Weltmarkt nur eine unbedeutende Nebenrolle. (APA)

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