Mit Che Guevara in den deutschen Mobilfunkmarkt

3. November 2006, 10:43
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"Che Mobil" verspricht kleine Preise und Umgehung von Roaming-Gebühren

"Starten Sie jetzt die Preis Revolución." Mit diesem Slogan startet der virtuelle Mobilfunkanbieter "Che Mobil" seinen Service auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Beworben werden die geringen Kosten für die meisten In- und Auslandsgespräche. Innerhalb Deutschlands telefonieren Kunden für 0,16 Euro pro Minute. Auslandsgespräche sollen mit 0,39 Euro in der Minute weniger als ein Drittel der gängigen Auslandstarife ausmachen.

Umgehung derzeit gültiger internationaler Preis-Abkommen

Ermöglicht wird die angepriesene "Preis Revolución" durch eine Umgehung derzeit gültiger internationaler Preis-Abkommen (Roaming) der Mobilnetzbetreiber. Da bei den meisten gängigen Roaming-Verbindungen zwei internationale Mobilfunkverbindungen hergestellt werden müssen, entstehen zwangsläufig hohe Kosten für den Endverbraucher. Che Mobil-Vorstand Nils Tharandt-Ortiz führt dazu aus: "Bis jetzt werden Mobilfunkkunden im Ausland mit Minutenpreisen von bis zu 5,49 Euro eiskalt abgezockt." Das Geschäftsmodell der Düsseldorfer Firma, die derzeit acht Mitarbeiter beschäftigt und Tochterunternehmen der französischen SCOOT Mobile SA ist, orientiert sich aus diesem Grund an einem neuen Konzept. Das Mobiltelefon sendet kostenlos Signale in das Mobilfunknetz. Die eigentliche internationale Telefonverbindung wird nur in eine Richtung und über das Festnetz hergestellt. Die Kosteneinsparung ergibt sich hierbei vor allem aus der funktechnischen Überbrückung der Distanz von der letzten Vermittlungsstation zum Handy des Kunden.

zielgruppe

Im Gespräch mit pressetext weist Tharandt-Ortiz darauf hin, dass "CHE MOBIL ein Produkt für jedermann ist und daher nicht nur Alt-68er ansprechen soll, sondern allgemein auf die Zielgruppe der 14 bis 49-Jährigen abzielt". Die Firmenbezeichnung kommt daher auch nicht von ungefähr: Tharandt-Ortiz, selbst bekennender ehemaliger Salonmarxist und sich heute bezeichnender Jungkapitalist, gab seiner Firma den viel sagenden Namen aus Sympathie für sein Jugendidol Che Guevara. Als anzusprechende Zielgruppe sollen vor allem weltoffene, reiselustige Menschen angesprochen werden. Denn, so Tharandt-Ortiz, "wer beim Telefonieren spart, hat mehr Geld für den Urlaub". Geplant ist der Vertrieb der angebotenen Leistungen über Vertriebspartnerschaften mit Unternehmen der Reise- und Tourismusbranche. Interessierte können direkt im Internet Kunde von CHE MOBIL werden. Für 19,95 Euro steht bereits ein Starter Pack-Angebot zur Verfügung, das eine Handy SIM Karte und Gesprächsguthaben beinhaltet.

Vorerst mehrere 100.000 Kunden

Der Vorstand von Che Mobil zeigt sich sehr optimistisch über den Erfolg des Gesamtkonzepts der Firma. Zum einen seien sie die ersten auf dem deutschen Markt, die teure Roaming-Gebühren vermeiden wollen. "Andererseits weist das dahinter stehende Konzept eine starke Kostenstruktur auf, die - bezogen auf die nächsten drei Jahre - vorerst mehrere 100.000 Kunden anstrebt". Ein nach dieser Zeit weiter angestrebtes Wachstum schließt Tharandt-Ortiz jedoch nicht aus. (pte)

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