Auf Kuschelkurs mit dem Sir

30. Oktober 2006, 16:39
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David Beckham ist in Madrid unglücklich, nun scheint sogar eine Rück­kehr unter die Fittiche von Alex Ferguson nach Manchester möglich

Wien - Scheint, als planiere David Beckham das Terrain für eine mögliche Rückkehr zu Manchester United. Frustriert von seiner derzeitigen Abseitsstellung bei Real Madrid, wo ihn Trainer Fabio Capello ("Er ist traurig, aber ich kann es nicht ändern. Ich habe hier 24 Spieler auf höchstem Niveau.") immer öfter die Bank wärmen lässt, geht der Engländer nun auf Kuschelkurs mit Ex-Boss Sir Alex Ferguson.

In Madrid fehlen Beckham neben gewonnenen Trophäen auch die Perspektiven, denn entgegen anderslautenden Beteurerungen von Präsident Calderon spießt es sich auch bei den Verhandlungen bezüglich einer Vertragsverlängerung. Der derzeit laufende Kontrakt endet im Sommer 2007, Becks wäre dann 32. "Ich liebe Fußball und wenn ich nicht spielen kann, kann ich auch nicht froh sein." Die Madrilenen hatten 2003 für Beckham mehr als 35 Millionen Euro bezahlt. Die Sun orakelt, der Mittelfeldmann im Out könne im Jänner für wohlfeile sieben Millionen Euro gehen. Aus der amerikanischen Major Soccer League sollen Angebote vorliegen, nicht zuletzt von Red Bull New York.

Bis vor kurzem schien es, als wäre das Verhältnis Beckhams zum cholerischen Sir unrettbar zerrüttet. Immerhin hatte der Flankenkönig den Schotten für seinen Abschied aus Manchester vor drei Jahren verantwortlich gemacht. Nun klingt das ganz anders: "Vielleicht wollte er mich doch nicht weg haben. Ich kenne Ferguson seit ich zwölf war und wir hatten höchstens ein oder zwei Probleme in der ganzen Zeit."

Vergessen auch der berüchtigte Vorfall mit dem fliegenden Schuh, als ein vom schäumenden Chef getretener Fußballstiefel dem Antlitz des Stars Schrammen beibrachte. Ein unglücklicher Zufall, meint Beckham heute und lobt die von Ferguson geschaffene Atmosphäre bei United, die von unbedingtem Teamspirit geprägt gewesen sei. "Wir haben zusammen verloren und zusammen gewonnen, alle vierzehn Tage sind wir gemeinsam ausgegangen." Manchmal sogar mit Ferguson, der entgegen landläufiger Meinung also ein überaus sympathischer Kerl zu sein scheint. All das fehlt bei Real und die sportliche Durststrecke sei letztlich auf den fehlenden Zusammenhalt in der Mannschaft zurück zu führen.

In seinem Beharren auf strikter Disziplin sei Fabio Capello Ferguson im übrigen sehr ähnlich, plaudert der ehemalige englische Teamkäpt'n aus dem Nähkästchen. Und so müsse es schließlich auch sein. "Ich mag Capello", so die durchaus überraschende Conclusio Beckhams. (rob)

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    Der Tiefpunkt. Pflaster zieren die Braue des Spiceboy, Alex Ferguson hatte nach einer vergeigten Partie gegen Arsenal einen Schuh Richtung Star gekickt.

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