Wirtschafts-Verhandlungen in Untergruppen

25. Oktober 2006, 08:45
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Häupl und Bartenstein wollen Ergebnisse binnen zwei Wochen

Wien - Mit der Einsetzung von vier Untergruppen haben die Koalitionsverhandler der Arbeitsgruppe "Wirtschaftsstandort" am Dienstag ihre Arbeit aufgenommen. Welche Positionen Rot und Schwarz darin diskutiert wollen, blieb bei den Pressekonferenzen der Chefverhandler Michael Häupl und Martin Bartenstein vage. Beide lobten im Anschluss an die knapp einstündige Verhandlungsrunde das Gesprächsklima.

Liebesheirat

Von einer sich abzeichnenden Liebesheirat zu sprechen wäre zwar übertrieben, meinte Häupl, aber: "Wir sind von der Zwangsehe einmal entfernt. Und für vier Jahre eine Vernunftehe abzuschließen, erscheint mir nahezu revolutionär." Auch Bartenstein zeigte sich mit Blick auf die Einigung über die Pflege-Verordnung optimistisch: "Es ist ein guter Start für den inhaltlichen Teil der Koalitionsverhandlungen, wenn wir Nägel mit Köpfen machen."

Vier Untergruppen

Die vier Untergruppen sollen sich mit den Themen "Wirtschaft" (ÖIAG; Arbeitsrecht, Förderung, Gewerberecht, Tourismus), "Wissenschaft, Forschung, Technologie", "Infrastruktur/Verkehr" (Finanzierung des Straßen- und Schienen-Ausbaus) sowie "Arbeitsmarkt/Beschäftigung" befassen. In zwei Wochen sollen die Ergebnisse vorliegen. Ziel ist laut Häupl, so wenig Dissens wie möglich an die Hauptverhandlungsgruppe mit den Parteichefs weiterzugeben.

Unterschiedliche Positionen

Unterschiedliche Positionen gibt es laut Häupl und Bartenstein unter anderem in der Frage, in welcher Höhe der Staat Beteiligungen an jenen Unternehmen halten soll, die in die geplante Infrastrukturholding eingebracht werden sollen. Diskutiert werden müsse auch, ob der Verbund eingebracht werden soll. In Sachen Arbeitszeitflexibilisierung werde man "ohne die Sozialpartner nicht viel weiter kommen", so Bartenstein.

Billig-Arbeitsverträge

An den Billig-Arbeitsverträgen für "Freie Dienstnehmer" und "Neue Selbstständige" will Bartenstein festhalten. Diskutieren wollen SPÖ und ÖVP laut eigenen Angaben auch über die am Montag präsentierten Vorschläge des WIFO. Ziel ist laut Bartenstein "Vollbeschäftigung im Jahr 2010". (APA)

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