Ganz spontan: Rollenspiel

24. Oktober 2006, 14:52
posten

Das Kunstkollektiv "monochrom" sitzt in der Roten Bar ein sechsteiliges Impro-Abenteuer einer verstrahlten Parallelwelt aus: "Campaign"

Das Kunstkollektiv monochrom kann seine Gesellschaftskritik durch aktionistische Überbeanspruchung der kleinen, sozialen Fetische erfolgreich in Theaterkonzepte einweben. Das hat es schon bewiesen. Und deswegen enttäuscht Campaign. Mit einem "Fantasy Rollenspiel" wird ein Stück Gesellschaft auf die Bühne gezerrt, das sich augenscheinlich selbst desavouieren soll. Andy Hallwaxx gibt einen überheblichen Schmutzkübelreporter. Ihm assistiert Annette Isabella Holzmann.

Unter der Spontanregie von Johannes Grenzfurtner u. a. sitzen sie ein sechsteiliges Impro-Abenteuer einer verstrahlten Parallelwelt aus. Am Premierenabend blieb nur Beatrice Frey (einzig sehenswert) - als eine der wechselnden Gastschauspieler - im Vakuum des unnutzen Überflusses hängen. Dazu zerstörte Hallwaxx' exzessive Selbstbelustigung jede Figurenzeichnung. Weil monochrom ja oftmals über Fortschritt reflektiert, könnte ihr Spontaneitätskonzept schon im Erzählstrang eingetroffen sein: Am Freitag wird also für die Gäste Katharina Stemberger und Gerald Votava alles anders sein. Hoffentlich. (pet/ DER STANDARD, Printausgabe, 24.10.2006)

Rote Bar
7., Neustiftg. 1
01/52 111-400
Freitags bis 17. 11. , 22.30

Link
"Campaign"
  • Artikelbild
    illustration: "campaign"/clemens kindermann
Share if you care.