13-Jährige zu sexueller Handlung gezwungen: Zehn Monate Haft

29. Oktober 2006, 18:53
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17-jähriger Kärntner bestritt Tat bis zuletzt - Opfer mit gezücktem Messer bedroht - Urteil nicht rechtskräftig

Weil er eine damals 13-jährige Freundin im Sommer 2004 zu sexuellen Handlungen gezwungen haben soll, ist ein heute 17-jähriger Kärntner am Dienstag von einem Schöffensenat am Landesgericht Klagenfurt zu einer zehnmonatigen teilbedingte Haftstrafe verurteilt worden. Der Angeklagte bestritt den Vorfall bis zuletzt, ein Gutachter bestätigte jedoch die Glaubwürdigkeit der Aussage des Opfers. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Das Mädchen sei bei dem damals befreundeten Angeklagten gewesen, um gemeinsam Computer zu spielen, erklärte Staatsanwalt Emmerich Plach. "Plötzlich hat er ein großes, silbernes Messer gezückt und sexuelle Handlungen gefordert", sagte der Ankläger. Letztendlich habe der Bursch auch noch mit dem "Abstechen" gedroht, um das Opfer von einer Anzeige abzuhalten.

"Nicht schuldig", erklärte der 17-Jährige auf die entsprechende Frage von Richter Norbert Jenny. Er vermutete einen Racheakt, "weil sie mit mir schon immer zusammen sein wollte". In Wirklichkeit sei "gar nichts" passiert, sagte der Angeklagte.

Zehn Monate Haft, zwei davon unbedingt

Das Gutachten eines Jugendpsychiaters attestierte den Aussagen des Mädchens jedoch Glaubwürdigkeit. Sie neige "nicht zum Fabulieren", zitierte der Richter. Der Staatsanwalt verlangte eine Harte Strafe, da "für das Opfer die Partie noch lange nicht gelaufen ist". Das Mädchen benötige noch einige Zeit in Therapie, um das Erlebte zu verarbeiten, sagte Plach.

Das Urteil lautete zehn Monate Haft, zwei davon unbedingt. Trotz der leugnenden Verantwortung des Angeklagten habe für den Schöffensenat "kein Zweifel" an dessen Schuld bestanden, begründete der Richter. Der Bursche nahm das Urteil an, Staatsanwalt Plach gab keine Erklärung ab. (APA)

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