Kaninchen sorgen für Erdrutsche und Massensterben unter Seevögeln

31. Oktober 2006, 11:39
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Über 100.000 Tiere auf der australischen Welt­kulturerbe-Insel Macquarie treiben Erosion voran und be­drohen heimische Arten

Canberra - Auf einer entlegenen australischen Insel haben wilde Kaninchen Erdrutsche ausgelöst und damit eine Kolonie von Pinguinen zerstört. Millionen weiterer Meeresvögel seien bedroht, warnte die Umweltschutzorganisation WWF am Dienstag.

"Es gab allein 20 Erdrutsche im vergangenen Monat, die Pinguinkolonien betroffen haben", sagte WWF-Mitarbeiterin Julie Kirkwood der Nachrichtenagentur Reuters. Bei einer großen Lawine an der Ostseite der Insel sei eine unbekannte Zahl von Vögeln getötet worden, darunter mehrere Pinguine. Mehr als 100.000 auf die nahe der Antarktis gelegenen Macquarie-Insel gekommenen Kaninchen haben das charakteristische Büschelgras abgefressen. Sie rauben den Vögeln damit Nest- und Aufzuchtmöglichkeiten - und sorgen für Erosion.

Programm zur Kaninchenausrottung gefordert

Die Zerstörungen könnten durch Mäuse und Ratten verstärkt werden, die ebenfalls auf der Weltkulturerbe-Insel leben, sagte Kirkwood. "Der Schaden kann kontrolliert werden, es muss aber schnell etwas passieren." Sie forderte die australische Regierung auf, ein millionenschweres Programm zur Ausrottung der Kaninchen zu fördern.

Die Macquarie-Insel liegt etwa 1.500 Kilometer südöstlich von Tasmanien und ist eine Brutstätte für vier Millionen Meeresvögel, darunter zwei gefährdete Albatros-Species. (APA/Reuters)

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    Die Insel Macquarie unweit der Antarktis ist Lebensraum für Millionen Seevögel.

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