Neuer Service der Wien Bestattung: Tote werden zu Diamanten gepresst

24. Oktober 2006, 16:18
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Erinnerungsstück besteht zu 100 Prozent aus Kremationsasche

Der Todeskult in Wien erlangt eine neue Dimension: Kürzlich wurde von der Bestattung Wien der erste "Erinnerungsdiamant" übergeben. Ein solcher besteht aus der Asche einer verstorbenen Person und entspricht in der Natur vorkommenden Edelsteinen. Die Preise für die gepressten sterblichen Überreste bewegen sich je nach Größe zwischen 4.680 und 13.440 Euro.

"Der Diamant, der entsteht, ist wirklich ein Juwel von einem Menschen", erklärte Andreas Wampl, Geschäftsführer der Algordanza Erinnerungsdiamanten GmbH bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Das Unternehmen mit Stammsitz in Chur in der Schweiz produziert die Diamanten.

Halbes Kilo Asche nötig

Das erste derartige Erinnerungsstück sei bereits persönlich übergeben worden, ein zweiter Stein im Entstehen, berichtete Christian Fertinger, Geschäftsführer der Bestattung Wien. Das Unternehmen überführt in einem derartigen Fall die gesamte Asche eines Verstorbenen in die Schweiz. Für einen Erinnerungsdiamanten ist etwa ein halbes Kilo Asche nötig. Der nicht zu einem Diamanten transformierte Teil wird zur Beisetzung retourniert.

Über die weitere Verwendung des ersten von der Bestattung Wien übergebenen Erinnerungsdiamanten will der Betroffene laut Fertinger keine Auskunft geben. Aus den Diamanten können verschiedenste Schmuckstücke entstehen. In den meisten Fällen trügen die Hinterbliebenen den Verblichenen als Ring, meinte Wampl. Vorwiegend handle es sich dabei um Frauen, die ihren Ehemann bei sich tragen wollten, so Wampl.

Zu 100 Prozent aus Kremationsasche

Ein Erinnerungsdiamant besteht zu 100 Prozent aus Kremationsasche und weist dieselben optischen, chemischen und physikalischen Eigenschaften wie ein aus der Erde geschürfter Diamant auf. Im Labor von Algordanza "wachsen" die Steine in einem Zeitraum von etwa drei Monaten. Spezielle Maschinen stellen die Gegebenheiten im Erdinneren nach, wo Diamanten bei hohen Temperaturen und unter hohem Druck entstehen. Die Größe hängt dabei nicht von der Menge der verwendeten Asche, sondern von der Prozessdauer ab. (APA)

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