AT&S: China-Investment zahlt sich aus

24. Oktober 2006, 15:00
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300 Mio. Euro in Kapazitätsausbau in Shanghai gepumpt

Der rasante Kapazitätsausbau in China macht sich für AT&S zunehmend bezahlt. Der österreichische Leiterplattenhersteller hat im abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und Ergebnis erzielt und konnte damit die eigenen Erwartungen deutlich übertreffen. Als Hauptgrund für die Steigerung hat das Unternehmen das rasche Hochfahren der neuen Kapazitäten in Shanghai ausgemacht. "Unser zweites Werk in Shanghai hat bereits nach zwei Monaten das Breakeven erreicht", so AT&S-Chef Harald Sommerer am Dienstag vor Journalisten in Wien.

Zweistellig

Dadurch habe das Unternehmen seit langer Zeit wieder zweistellige EBIT-Margen erwirtschaften können. Im abgelaufenen zweiten Quartal hat AT&S seinen Umsatz um 32 Prozent auf 127,6 Mio. Euro gesteigert. Der Quartalsgewinn belief sich auf 11,6 Mio. Euro oder 0,47 Euro pro Aktie und lag damit ebenfalls um 32 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahresquartals. Mit dem Übertreffen der eigenen Ziele und der maßgeblichen Verbreiterung der Kundenbasis habe sich AT&S eine "hervorragende Basis" für die Zukunft geschaffen. Sommerer bestätigte deshalb die erst kürzlich angehobene Prognose für das Gesamtjahr. Demnach sollen im Geschäftsjahr 2006/07 ein Umsatz von 490 Mio. Euro und ein Ergebnis von 1,75 Euro pro Aktie zu Buche stehen.

Handyboom

Angesichts des anhaltenden Handybooms soll in den kommenden Jahren vor allem der Telekombereich das Wachstum ankurbeln. Derzeit beläuft sich der Umsatzanteil der Sparte auf über 60 Prozent. "Ohne zusätzliche Akquisitionsprojekte in den Bereichen Industrial und Automotive wird der Telekomanteil sicherlich weiter steigen, da der Kapazitätsausbau dezidiert auf diesen Bereich ausgerichtet ist", sagt Sommerer. Seit 1999 hat AT&S in China nach eigenen Angaben rund 300 Mio. Euro investiert und damit mehr als die Hälfte der gesamten Investitionen österreichischer Unternehmen in dem Riesenreich getätigt.

"Weil wir in diesem Bereich gut aufgestellt sind, wird AT&S einer der Profiteure dieser Entwicklung sein"

Zusätzliches Wachstumspotenzial erwartet sich Sommerer von der Konsolidierung der Branche, die sich durch eine Reduzierung der Anzahl der Lieferanten äußern soll. "Weil wir in diesem Bereich gut aufgestellt sind, wird AT&S einer der Profiteure dieser Entwicklung sein", zeigt sich Sommerer überzeugt. Das ursprüngliche Ziel einer stärkeren Balance zwischen den Bereichen Telekom, Automotive und Industrial habe AT&S aber nicht aus den Augen verloren. "Es wäre allerdings ein Fehler, das starke Wachstum im Telekombereich nicht zu nutzen", so Sommerer. Derzeit erwirtschaftet das Unternehmen 18 Prozent seiner Umsätze im Bereich Industrial und zehn Prozent im Automotive-Segment.

Kern

Neben dem Kerngeschäft tragen nach Unternehmensangaben aber bereits neue Geschäftsfelder wie Trading und Bestückung maßgeblich zum Geschäft bei. Für das laufende Geschäftsjahr ist ein Umsatzanteil von zehn Prozent angepeilt. "Das Segment ist bereits profitabel", sagt AT&S-Finanzchef Steen Hansen gegenüber pressetext. Ursprünglich sei der Geschäftsbereich als Ergänzung für die Industriekunden gedacht gewesen. Mittlerweile bringe das Geschäft aber gute Gewinne bei einem geringen Investitionsbedarf. Allerdings seien die Margen geringer als im Kerngeschäft, so Hansen. (pte)

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