Malawisches Ministerium: Vater von Adoptivkind nicht getäuscht

30. Oktober 2006, 13:38
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Vater hätte gewusst, dass Madonna das Kind adoptieren wolle

Lilongwe - Im Streit über die Adoption eines malawischen Kindes durch US-Popstar Madonna hat das afrikanische Land Täuschungsvorwürfe des Vaters zurückgewiesen. Die Behauptungen von Yohane Banda, er habe seinen Sohn nicht zur Adoption freigeben wollen, seien falsch, sagte Penson Kilembe vom zuständigen Ministerium für Frauen und Kinder am Montag.

Das Ministerium und die Sängerin selbst hätten Banda vor einem Richter jeden Schritt des Adoptionsprozesses und das Vorhaben genau erklärt. Dem Mann sei auch gesagt worden, dass Madonna ein anderes Kind adoptieren werde, wenn er nicht zustimmen wolle. In die vom Vater unterschriebenen Adoptionspapiere wollte Kilembe keine Einsicht gewähren.

Vater hatte erklärt, dass keine Adoption vereinbart worden wäre

Der Vater des einjährigen David hatte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am Wochenende erklärt, es sei lediglich verabredet gewesen, dass Madonna das Kind an seiner Stelle aufziehe. "Hätte man uns gesagt, dass Madonna meinen Sohn adoptieren und zu ihrem eigenen Sohn machen will, dann hätten wir nicht zugestimmt", sagte er in seinem Heimatdorf Lipunga. "Es wäre besser für ihn gewesen, wenn er im Waisenhaus geblieben wäre. Ich sehen keinen Grund, warum ich ihn für immer abgeben soll, wenn ich ihn ernähren kann."

Banda erklärte, er habe die Papiere unterzeichnet, ohne sie zu verstehen, da er nicht lesen könne. Behördenvertreter hätten ihm aber versichert, dass sich mit der Vereinbarung nicht viel ändere: Sein Sohn würde wie im Waisenhaus aufgezogen, aber ihm nicht ganz weg genommen. (APA/Reuters)

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