AIDS-Studie zeichnet ein düsteres Bild für Afrika

3. Juli 2000, 14:13

In vielen Ländern hat die Epidemie katastrophale Dimensionen angenommen. In Botsuana ist bereits ein Drittel der Bevölkerung HIV-positiv.

New York - AIDS nimmt in vielen Ländern Afrikas bereits Dimensionen an, die einer wirtschaftlichen und sozialen Katastrophe gleichkommen. Dies hat eine Studie der Vereinten Nationen im Rahmen des UN-Programms UNAIDS ergeben.

Nach den Erhebungen der Vereinten Nationen ist Botsuana der am stärksten betroffene Staat. Hier seien 36 Prozent der Erwachsenen mit dem Virus infiziert. In 16 Ländern, alle südlich der Sahara gelegen, seien mehr als ein Zehntel der 15- bis 49jährigen HIV-positiv. In Südafrika trage jeder Fünfte dieser Altersgruppe den Virus in sich. UNAIDS-Vertreter schätzen, dass weltweit 34,3 Mio. Menschen mit HIV oder Aids leben, darunter 1,3 Mio. Kinder.

... und das ist noch nicht einmal der Gipfel

Der Höhepunkt sei laut Studie noch lange nicht erreicht. Wenn der Kampf gegen die Epidemie nicht drastisch verstärkt werde, sei der bereits entstandene Schaden noch gering im Vergleich zu dem, was danach komme, heißt es in dem Bericht.

Kritik gibt es in der Studie auch in Richtung der Industrie-Staaten. In Nordamerika und Teilen Europas würden sich nach wie vor viele Drogenabhängige mit HIV infizieren, kritisieren die Vereinten Nationen. Hauptgrund sei hier vor allem fehlende Programme zur Verteilung steriler Spritzen.

Trotz dieses düsteren Bildes gibt es aber auch Erfolgsmeldungen. So habe sich die Infektionsrate in Uganda seit Anfang der 90er-Jahre nahezu halbiert und lag im Vorjahr dank verstärkter Präventionsmaßnahmen bei acht Prozent. Auch in Asien bleibe die Zahl der Neuinfektionen entgegen ursprünglicher Befürchtungen relativ gering. Laut UNO sind seit dem Ausbruch der Erkrankung 19 Mio. Menschen an Aids gestorben. (pte)

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