Ab 30 verbessert sich laut Langzeitstudien die psychische Verfassung

2. Juli 2000, 22:42

Wird dem Jugendlichkeitswahn die Grundlage entzogen?

Berkeley/Fresno - Wissenschaftler der kalifornischen Universitäten Berkeley und Fresno sind zu der Erkenntnis gelangt, dass sich beim Menschen ab dem 30. Geburtstag eine deutliche Verbesserung der psychischen Verfassung einstellt. Sie analysierten die Daten von drei Untersuchungen, die bereits 1930 in Berkeley und Oakland begonnen worden waren.

Insgesamt wurden in den Langzeitstudien 236 Teilnehmer in jährlich regelmäßigen Abständen über ihre psychische Befindlichkeit interviewt. Die ersten Befragungen wurden bei den untersuchten Personen im Alter von 14 Jahren durchgeführt, danach wurden sie ab dem 18. Lebensjahr bis zum 62. Lebensjahr mehrmals wiederholt. Untersucht wurden 73 Persönlichkeitsaspekte, darunter solche, die das Selbstbewusstsein, soziale Kompetenzen, oder die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, betrafen. Den Ergebnissen zufolge ist die psychische Gesamt-Verfassung ab dem 14. Lebensjahr relativ gleichbleibend.

Erst im Alter von 30 Jahren verändert sie sich dann zum Besseren. Jene Personen, die sich schon in ihrer Jugend psychisch gut fühlten, hätten ab diesem Lebensabschnitt noch eine weitere Verbesserung erfahren. Von denjenigen, die in jungen Jahren über eine schlechtere psychische Verfassung verfügten, konnten viele im Alter zwischen 30 und 50 diese Defizite wieder ausgleichen. Unterschiede zwischen Männern und Frauen wurden in der Langzeitstudie keine gefunden.(pte)

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