US-Wissenschafter: Krebs-Genetik ist gar nicht so kompliziert

30. Oktober 2006, 13:06
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Pro Brust- oder Dickdarmkarzinom im Durchschnitt elf häufige Mutationen

Baltimore/Wien - Unter den Krebsforschern ist es unbestritten: Bösartige Erkrankungen entstehen als Folge einer Anhäufung von Mutationen in den Zellen. Dadurch werden Wachstumsverhalten, Stoffwechsel und schließlich sogar die örtliche Stabilität von Zellen so verändert, dass sie den Charakter von Krebs annehmen. US-Wissenschafter haben jetzt in Darm- und Brustkrebszellen untersucht, wie viele solche Mutationen beteiligt sind. Das Ergebnis: Die Situation ist gar nicht so kompliziert.

Die Wissenschafter um Victor E. Velculsecu vom Krebsforschungszentrum der Johns Hopkins Universität analysierten deshalb 13.023 Gene von Zellen aus elf Brust- und elf Dickdarmkarzinomen. Die Ergebnisse publizierten sie vor kurzem (13. Oktober) in der US-Wissenschaftszeitschrift "Science".

Im Schnitt 90 genetische Veränderungen

Das Ergebnis: Pro Tumor waren in den Zellen im Durchschnitt 90 genetische Veränderungen nachzuweisen. Doch nur durchschnittlich elf pro Tumor waren häufig und sind somit offenbar wichtig für die Krebsentstehung. Interessant: Die meisten der insgesamt festgestellten Mutationen waren noch nicht bekannt.

Sie betrafen alle möglichen Funktionen der Zellen - von der "Maschinerie" zur Produktion von Proteinen, über die Zellteilung bis hin zum Verbleib in den für sie bestimmten Zellverbänden bzw. Organen. Letzteres entscheidet über das Entstehen von Metastasen. (APA/Red)

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