Harte Männer und Leder

31. Oktober 2006, 09:13
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Schwule Fußballer und echte Filmgötter: Ein Magazin und ein Festival

Der deutsche Fußball, erklärte Wolfgang Pennwieser, befände sich „auf dem Niveau der 50er Jahre.“ Und Österreich? „Ist 20 Jahre dahinter“, seufzte Marco Schreuder und spielte da aber nicht auf das Können des „Wunderteams“ an: Schreuder und Pennwieser sind Mitarbeiter des ziemlich feinen Fußballfanzines Ballesterer. Und auf der aktuellen Ausgabe steht „Dieses Heft ist schwul“: Wie viel Angst die Fußballwelt vor diesem Themenkomplex hat, zeigten nicht nur (Nicht)Statements der Erstliga-Clubs, sondern auch die Heft-Präsentationsparty im Wiener „Conqueer“: Bekannte Kicker, sonst selten scheu sich zu zeigen, trauten sich erst gar nicht hin. Aber, die Ballesterer sind Optimisten: Wenn der heimische Fußball einmal in der Gegenwart angekommen sein wird, wird auch das kein Thema mehr sein.

Harte Männer und Leder II

Mit ein Plus der „Viennale“ ist, dass man dort nicht ständig die ViP-Glocken läutet, sondern „echte Götter“ (Standard-Filmchef Claus Philipp) Leuten vorsetzt, die das schätzen: Kenneth Anger etwa, den Regisseur der mit (u.a.) „Scorpio Rising“ jene Lederjacken-Motorrad-Ästhetik ins Kino brachte, für die später Marlon Brando stand. Anger war gerade in Wien – ohne Lederjacke, aber mit viel Geschichte. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD Printausgabe, 24.10.2006)

NachleseDieser Bericht ist schwul"
  • "Schwules" Fanzine: Schreuder, Pennwieser
    foto: rott

    "Schwules" Fanzine: Schreuder, Pennwieser

  • In Wien: Anger
    foto: standard/newald

    In Wien: Anger

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