Dem Altern auf der Spur

30. Oktober 2006, 13:06
posten

Symposium über Alternsforschung am Institut für Molekulare Pathologie widmet sich unter anderem der anti-aging Medizin

Wien - Genetik und das Altern: Am 2. und 3. November findet am Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien das Symposium "Timing Age" statt, das sich dem Thema Altern aus wissenschaftlicher Sicht widmet. Die von Studenten des Campus Vienna Biocenters organisierte Konferenz beschäftigt sich mit den biologischen Vorgängen, die den Alterungsprozessen aller Organismen zu Grunde liegen, hieß es am Montag in einer Aussendung der Organisatoren.

Führende Experten werden einen Überblick über den aktuellen Stand der Alternsforschung geben und das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten: Molekulare und zelluläre Alterungsvorgänge werden ebenso behandelt wie damit assoziierte Krankheiten und mögliche Therapien. Referate zu Systembiologie und Ethik runden das Themenspektrum ab.

Unter den Vortragenden ist Elizabeth Blackburn von der University of California, San Francisco. Die vielfach ausgezeichnete Biologin lieferte mit der Entdeckung des Enzyms Telomerase einen fundamentalen Beitrag zur gegenwärtigen Theorie des Alterns. Sie ist besonders in den USA auch durch ihr starkes Engagement für die Stammzellforschung bekannt.

Mitochondrien-Probleme

Nils Göran-Larsson vom Karolinska-Institut in Stockholm beschäftigt sich mit Mitochondrien, die für den Energiehaushalt der Zelle zuständig sind. Fehlerhafte Mitochondrienfunktion spielt bei zahlreichen Alters-assoziierten Krankheiten eine Rolle, etwa beim Typ 2 Diabetes, bei Herzversagen oder Morbus Parkinson.

Göran-Larsson konnte nachweisen, dass eine Anhäufung von Mutationen in Mitochondrien ursächlich für Alterungsvorgänge verantwortlich ist. Genetisch veränderte Mäuse mit erhöhten Mutationsraten zeigten in seinen Experimenten Anzeichen vorzeitiger Alterung wie zum Beispiel Osteoporose, Anämie und Haarausfall.

Thomas Kirkwood (University of Newcastle, UK) behandelt das Thema Altern aus systembiologischer Sicht. Sein Interesse gilt den Lebensläufen von Mensch und Tier aus der Perspektive der Evolution. Eine seiner einflussreichsten, aber nicht unumstrittenen Arbeiten dokumentiert den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Nachkommen und verkürzter Lebenserwartung beim Menschen.

Zellulärer Stress als Jungbrunnen

Um "Jungbrunnen" auf wissenschaftlicher Basis geht es bei dem Beitrag von Suresh Rattan von der Universität Aarhus in Dänemark. Eines der Prinzipien zur Lebensverlängerung beruht darauf, Zellen und Organismen wiederholten Stressepisoden auszusetzen. Leichter Stress, gefolgt von Phasen der Erholung, kann Abwehrmechanismen aktivieren und dadurch Alterungsvorgänge von innen her bremsen.

Auch der Molekularbiologe Alex Mauron, Professor für Bioethik an der Universität Genf, wird sich mit den Versprechungen der anti-aging Medizin auseinander setzen. Als Mitglied des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierates nimmt Alex Mauron immer wieder zu kontrovers diskutierten Themen Stellung und verbindet naturwissenschaftliche mit philosophischen Aspekten. Sein Vortrag wird das Syposium abrunden und, so das Anliegen der Organisatoren, zu weiterführenden Diskussionen anregen.

Die "Studenten-Symposien" sind eine Initiative der Doktoranden am Campus Vienna Biocenter. Im Rahmen ihrer Ausbildung organisieren die PhD-Studenten jedes Jahr eine zweitägige Konferenz zu einem aktuellen Thema. Die Inhalte gehen dabei über rein wissenschaftliche Aspekte hinaus und beziehen ethische und soziale Perspektiven mit ein. Bei den Referenten findet diese Reihe großen Anklang. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.