Erste bank: Ärger mit bwin-Aktien nimmt offenbar zu

31. Oktober 2006, 10:19
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Zeitung: Streit wegen immer wertloser werdende bwin-Aktien könnte vor Gericht landen - Konsequenzen im Erste-Vorstand nicht ausgeschlossen

Die Sorgen der Erste Bank wegen des bwin-Aktienhandels ihrer Internetbank Ecetra werden offenbar immer größer. Nicht nur könnte der Streit zwischen Erste Bank, Deutscher Bank und Salzburger Privatinvest Bank über immer wertloser werdende bwin-Aktien vor Gericht landen, auch werden erste Stimmen laut, die von bevorstehenden Konsequenzen im Erste-Vorstand wissen wollen, berichtet die Tageszeitung "Der Standard" (Wochenendausgabe).

Zores

Die Causa bwin-Ecetra, deren Auswirkungen den diesjährigen Gewinn der Erste Bank (Ecetra Internet Services AG ist ihre Internetbank-Enkelgesellschaft) schmälern könnte, sorgt weiter für Zores in der Bankenwelt, heißt es.

Hintergrund des komplexen Falles laut Zeitung: Die Gismo Privatstiftung des kaum bekannten Investors Martin Begsteiger hat drei Institute involviert, um zu einem der größten bwin-Aktionäre zu werden. Die Wiener Niederlassung der Deutschen Bank hat Verkaufs- und Kauforder angenommen, Ecetra hat die Wertpapierdeals abgewickelt. Dank langer Valutafristen und Verschiebeaktionen auch zur Salzburger Privatinvest (26 Prozent gehören der Salzburger Sparkasse, der Rest einer Dresdner-Bank-Tochter) konnte Gismo ohne Bares einkaufen. Verkürzt dargestellt: Eine Bank kauft, Ecetra wickelt ab und weiß schon, dass die zweite Bank kaufen wird, zu einem höheren Preis. Der Absturz der bwin-Aktie brachte das Gebäude zum Einsturz. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) untersucht.

Eiegtnümer

Laut Zeitungsbericht sitzt die Erste Bank im schlimmsten Fall auf ungefähr zwei Millionen bwin-Aktien, denn über die Frage, wer von den drei Banken nun wirklich Eigentümer der Papiere ist und und sich mit Begsteiger über eine "Rückführung" verständigen muss, ist nun ein Streit ausgebrochen. Der Rechtsweg wird nicht mehr ausgeschlossen.

Dass der Schaden, der der Erste Bank entstehen könnte, wie verlautet höchstens 70 Mio. Euro werden könnte, wird laut Zeitungsbericht von manchem Aufsichtsratsmitglied bezweifelt. In Worst-Case-Szenarien sei von mehr als 100 Mio. Euro die Rede, was von offizieller Seite ins Reich der Fantasie verwiesen werde, ebenso wie die Vermutung, dass der Sessel des zuständigen Erste-Vorstandsdirektors Franz Hochstrasser wackeln soll.

Hochstrasser stehe nicht zur Disposition, auch nicht in der Erste-Aufsichtsratssitzung am nächsten Dienstag, heißt es. Ein Erste-Kontrollor sieht es laut Bericht ein wenig differenzierter: "Wir würden nicht aus allen Wolken fallen, wenn demnächst eine Vorstandspersonalie zu entscheiden wäre. Fälle wie diese bleiben nicht ohne Folgen."

Zur Schadensbegrenzung soll die Erste Bank im Sommer RHI-Anteilsscheine im großen Stil verkauft und damit rund 70 Mio. Euro erlöst haben. Da die Bank keine RHI-Aktien besessen habe, kann es sich nur um Wandelanleihen gehandelt haben. Gekauft haben soll der Geschäftsmann Martin Schlaff. Er könne ab 2007 in RHI-Aktien wandeln, heißt es.(APA)

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