Porträt: Georgi Parwanow dürfte Bulgarien in die EU führen

31. Oktober 2006, 11:27
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49-Jähriger Sozialist steht vor Wiederwahl als Präsident

Sofia - Bulgariens Präsident Georgi Parwanow steht als erstes Staatsoberhaupt des Balkan-Landes nach dem Sturz des Kommunismus 1989 vor seiner Wiederwahl. Der 49-jährige Sozialist hatte sein Programm schon seit Monaten auf den geplanten EU-Beitritt zum Jahreswechsel ausgerichtet. Doch innenpolitisch bleibt der Mann, der sich gerne in elegante Anzüge kleidet und sein Haar im "John F. Kennedy-Look" trägt, umstritten.

Als "überzeugend, kompetent und charismatisch" sieht ihn die Zeitung "Duma" der aus den früheren Kommunisten hervorgegangenen Sozialisten. Für die nationalistische und anti-kommunistische Opposition ist Parwanow dagegen ein "nationaler Verräter". Ihm wird zur Last gelegt, in Sofia eine "unnatürliche Interessen-Koalition" aus Sozialisten, der Nationalen Bewegung von Ex-König Simeon II. und der Partei der türkischen Minderheit geschmiedet zu haben.

In der ersten fünfjährigen Amtszeit Parwanows unterzeichnete Bulgarien seine Beitrittsverträge mit der EU und der NATO. Zuvor war Parwanow von 1996 bis 2000 Vorsitzender der heute regierenden Sozialisten. Das Staatsoberhaupt begann seinen Berufsweg 1981 als Mitarbeiter im Institut für Parteigeschichte der damaligen kommunistischen Staatspartei BKP. Seine Spezialgebiete als Historiker sind Mazedonien und die Entstehung der Sozialdemokratie in Bulgarien.

Der in dem Dorf Sirischtnik südwestlich von Sofia geborene Parwanow saß für die Sozialisten auch im Parlament. Er übernahm ihre Führung, nachdem sein Vorgänger Schan Widenow als Regierungschef das Balkan-Land in eine tiefe wirtschaftliche und politische Krise gestürzt hatte. Parwanow ist verheiratet und hat zwei Söhne. (APA/dpa)

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