Deutschland prüft EADS-Einstieg

30. Oktober 2006, 15:38
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Bildung einer Investorengruppe von Staat und Wirtschaft

Berlin/Moskau - Die deutsche Regierung führt derzeit intensive Gespräche mit privaten Investoren und Banken über einen gemeinsamen Einstieg beim krisengeplagten Luftfahrtkonzern EADS. Wie Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Montag in Berlin mitteilte, werden die Gespräche vom Bundeskanzleramt koordiniert. Ziel sei die Bildung einer gemeinsamen Investorengruppe von Staat und Privatwirtschaft.

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück hatte eine solche Lösung ins Gespräch gebracht und der Süddeutschen Zeitung erklärt: "Darüber nachzudenken könnte Sinn machen." Man arbeite gemeinsam intensiv an einer langfristig stabilen Aktionärsbasis von EADS, die die deutsch-französische Balance auch in Zukunft sicherstellen solle. Konkret wird dabei überlegt, ob man das deutsche Engagement in der Hand von DaimlerChrysler auf mehr Schultern verteilen kann.

Russland willkommen

Der Co-Chef der EADS, Thomas Enders, hat den Einstieg Russlands als Gesellschafter begrüßt und auf die strategische Bedeutung des russischen Marktes hingewiesen. "Der Einstieg der staatlichen russischen Vneshtorgbank bei EADS unterstreicht das große Interesse russischer Investoren an EADS", sagte Enders der Tageszeitung Die Welt. Die staatliche russische Vneshtorgbank hat für den Kauf von rund fünf Prozent der Anteile eine Milliarde Euro bezahlt. Das geht aus den von der Bank veröffentlichten Zahlen für das erste Halbjahr 2006 hervor. Berichte französischer Medien, wonach die Vneshtorgbank ihren EADS-Anteil noch weiter aufstocken wolle, wurden von der Bank nicht kommentiert. (AFP, dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.10.2006)

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