Guerilla-Marketing und verdecktes Werben - "Wer von uns nimmt normale Werbung eigentlich noch wahr?"

Redaktion, 26. September 2007, 16:39
  • Andreas Grasel - Geschäftsführer von eProjects.at

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  • LonelyGirl15 - Der Guerilla-Schreck des Internets
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  • Grasels Lieblings-Spot 1: Matrix Cow

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  • Grasels Lieblings-Spot 2: Ford Sportka

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  • Grasels Lieblings-Spot 3: Nokia Cat

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Andreas Grasel von eProjects.at im derStandard.at- Interview

Guerilla-Marketing und virale Werbung liegen derzeit stark im Trend. Das Internet bietet dank Breitband und Web 2.0 immer bessere Möglichkeiten, diese Art der Vermarktung zu forcieren. Groteske Bilder treffen dabei nicht selten auf unterhaltsame Kampagnen, die polarisieren. "Werbung muss mich unterhalten.", meint Andreas Grasel im Gespräch mit Zsolt Wilhelm.

etat.at: Guerilla-Marketing wird allem Anschein nach immer beliebter in der Werbewelt. Wie erklären Sie sich dieses Phänomen?

Grasel: "You can not sell a man who isn’t listening" – Das ist für mich so ein bisschen der Ausdruck der momentanen Zeit. Das heißt, man hat immer mehr Probleme mit der traditionellen Werbung zum Verbraucher durchzudringen. Es entstehen viele unterschiedliche Mediengattungen, die Zielgruppen werden dadurch in viele kleine Einheiten zersplittert und das macht eine umfassende Ansprache (im konventionellen Sinn) sehr teuer. Abgesehen davon lässt sich der moderne Verbraucher von der schönen Werbewelt nicht mehr so leicht blenden und begeistern, wie es vielleicht in den 60er, 70er oder 80er Jahren noch der Fall war.

etat.at: Heißt das, man muss mittlerweile wesentlich aggressiver vorgehen?

Grasel: Nein, ich würde es eher subversiv bezeichnen. Man muss sich überlegen, wie man mit nicht traditionellen Methoden, Inhalten und Ansprachen in die intendierten Zielgruppen hineinkommt. Damit man, aus psychologischer Sicht, eine kontrollierte Informationsverarbeitung hervorruft und der Verbraucher die Informationen aktiv wahrnimmt und abspeichert in seinem kognitiven System. Dann kann ich auf einmal als Auftraggeber auf dieses System mit klassischen Werbemaßnahmen zugreifen, da der Brand ja schon aktiv verarbeitet wurde.

etat.at: Welche Auftraggeber eignen sich besonders für diese Art der Werbung?

Grasel: Auf jeden Fall ein Auftraggeber, der ein gewisses Maß an Mut hat. Im Viral-Guerilla-Marketing haben die Auftraggeber weder Einfluss auf den individuell mittransportierten Kommunikationsinhalt, noch auf das Timing. Man kann sich auch nicht sicher sein, dass die Botschaft überhaupt weitergegeben wird, denn hier gibt es kein allgemein gültiges Erfolgsrezept. Und der wesentlichste Punkt, an dem der Auftraggeber anfängt nachzudenken, ist jener, dass eine Viral-Guerilla-Kampagne auch böse scheitern kann und nach hinten losgeht, wenn diese zu aufgesetzt wirkt. Also wenn die Konsumenten erkennen, dass sie manipulativ bearbeitet werden.

etat.at: Gibt es Produkte die sich für solche Kampagnen überhaupt nicht eignen?

Grasel: Wir machen das jetzt seit mehreren Jahren und die Palette reicht von Finanzunternehmen über Telekommunikationsunternehmen bis hin zu Non-Profit-Organisationen. Der Vorteil an solchen Guerilla-Kampagnen ist auch, dass der Budgeteinsatz hier oft wesentlich geringer ist, als bei klassischen Kampagnen, da im Guerilla-Viral-Bereich ein Großteil der Media-Kosten wegfällt. Und diese sind mittlerweile der größte Kostentreiber bei herkömmlichen Werbeplänen.

Weiter: "Österreich, ein zaghaftes Land."

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Zur Person
Andreas Grasel war einst Mitbegründer der Internetplattform Vienna-Online.at, arbeitete dann unter anderem als Business Developer für AOL Europe und ist nun einer der Geschäftsführer des Marketing-Dienstleisters eProjects.at

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LonelyGirl15

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Die Leute haben doch alle nichts zu tun...

Dieses LonelyGirl15 ist doch der beweis dafür. Worüber sind die Leute enttäuscht? Andere haben nie davon gewusst und wenn dann war es halt lustig.
Was ist daran jetzt so skandalös? Ich kann doch auch irgenwas schreiben im Internet und so tun als ob ich jemand anderer wäre? Wäre das so schlimm? Ich kan eine fiktive Werbeagentur eröffnen und alle verarschen...aber wozu?

die Werbung ist doch nur
Propaganda im Sinne der Geldgeber .
Die Ideen der "Kreativen"
sind oft von Künstlern geklaut ( die nokia Werbung
von Bruce Nauman)

wenn Werbung den Zweck verfehlt

Werbung hat doch den Zweck Leute auf ein Produkt aufmerksam zu machen. Ist das Produkt gut wird es erfolgreich sein, ist nur die Werbung gut wird es ziemlich schnell wieder untergehn.
Andererseits ist die Werbung schlecht und/oder nervig wird man per se nie damit liebäugeln ein Produkt auch nur anzusehen und auszuprobieren weil man ja hofft dass die Werbung verschwindet, indem man die Firma finanziell nicht unterstützt.
Um ein Beispiel zu nennen: Viele Leute, die ich kennen haben sich hauptsächlich wegen der Werbung kein tele.ring Handy gekauft weil sie es als unverantwortlich empfinden so eine Werbung gewordene Quälerei zu finanzieren.
Vielleicht sollten sich Werbeläute mal damit befassen bevor sie den nächsten * ausbrüten.

zu viel werbung

das problem der werbewirtschaft (aus meiner naiven sicht des konsumenten aus betrachtet) ist die schlichte tatsache, dass die werbung einfach überhand nimmt. egal, ob ich den fernseher oder das radio aufdrehe, einen parkschein, eine kinokarte oder sogar ein öbb-ticket zur hand nehme: von überall her springen mich kaufmichkaufmichkaufmich!-botschaften an. und das kotzt auch den kauffreudigsten konsumenten irgendwann mal an. gibt das der werbewirtschaft nicht zu denken, dass 95 % aller konsumenten fluchend zur fernbedienung greifen, sobald ein werbeblock beginnt? aber nein, die lösung ist, noch mehr bis dato werbefreie lebensbereiche zuzupflastern, den menschen noch näher rücken zu wollen. weniger wäre hier ganz sicher viel, viel mehr.

werbekonzepte (oder: wie stumpfe ich die menschen immer mehr ab)

wer hat es nicht schon bemerkt, nach all den jahren berieselung durch die werbung?

man nimmt sie nicht mehr wahr und im unterbewussten hat auch schon eine immunisierung stattgefunden.

wegschauen, wegschalten, umschalten, weghören.

all das ist automatisiert, vor allem junge leute die der dauerberieselung entwachsen sind haben oft eine gefestigtere persönlichkeit gegen werbung als man annehmen würde.

also muss das productplacement ein anderes werden: es muss realitätsnah sein, am besten verbunden mit amüsement als positive assoziation.

es wird nicht lange dauern und auch das wird unwirksam werden.

dann muss werbung wieder aggressiver und allgegenwärtiger, manipulativer werden.

wo ist die grenze und wer setzt diese?

matrix cow...

interessant, dass der lieblingsspot dieser leute gar kein spot sondern ein ausschnitt aus dem film kung pow ist...

deswegen wird youtube und co

immer attraktiver ...
weil es ein primitives video-on-demand ist OHNE beschixxxxx Werbung.

Den fernseher anzumachen kostet immer mehr überwindung, weil man hauptsächlich von werbung zu werbung weiterzappt und ansonst nur bluttriefende dumm-baller-filme neben noch dümmeren CSI Krimi Käse sieht.
Fragt sich eigentlich noch irgendjemand bei den TV Channel chefs, ob leute diesen mist überhaupt noch anschauen?



Zum Titel:

Keiner. Das betrifft die Werbung allgemein, egal wie auffällig sie versucht zu sein. Der Mensch hat die Lügen der Wirtschaft einfach satt.

Kernaussage: "Der Schein muss gewahrt werden."

'Nuff said.

schwachsinn pur--aber typisch fuer die werbe fritzis--
vor allem was die selbstüberschätzung angeht--

Lügenwelt

Letzens hat mich meine kleine Tochter (8) auf ein Werbeplakat angesprochen und es ist mir nicht leicht gefallen, ihr zu erklären, dass alle diese Plakate und andere Werbungen (TV, Radio) blank gelogen sind.

Es ist schon paradox: Man ermutigt die Kinder zur Wahrheit und lebt in einer kompletten Lügenwelt mit Produkten, die es so nicht gibt, Photoshop-Menschen und Opportunitätsjournalismus.

Schlimm genug.

Und dann gibt es noch Leute, die mit Begeisterung von psychologischen Werbetricks erzählen, um diese Lügen noch besser und noch effizienter zu verschleiern. Und alle jubeln ihnen zu.

Brave new world? 1984? Fahrenheit 451? Oder eine Mischung aus allen 3? Man wird sehen...

eine der erfolgreichsten evolutionsgeschichten basiert auf purer lüge und trotzdem liebt jeder die blütenpflanzen.

wieso luege?

steht beim erhalt von gratisnektar neuerdings ein kostenpflichtiger sms-abodienst im kleingedruckten?

wieso wird? das ist die realität des faktischen!

schau dir doch einmal an wie die meinungsmache betrieben wird, mit "studien", copy&paste journalismus, diversen wirtschafts kooperationen mit publikationen, nachrichten agenturen die meinungsmache betreiben usw.

die wirklichkeit hat mit der realität oft nichts gemein sondern dient der manipulation. wir sind bereits in einem informationskrieg, gut wer gerüstet ist und diese mechanismen durchschauen kann, stichwort medienkompetenz, schlecht wer es nicht kann und ein leben führt das andere wollen, siehe zb. internationale politik.

ps: ich finde gut das du das machst! kläre deine tochter auf, zeige ihr wie man werbung macht bzw. andere varianten der manipulation durchschaut.

zustimmung

ich stimme ihnen voll und ganz zu.

werbung, die ja nichts anderes ist als mutwillige manipulation von menschen mit einem budget das militäretats zu kleinen mäusen macht.
und die werbenden werden immer dreister.

besonders geschockt hat mich saturn und seine "geiz ist geil" kampagne. früher wurde noch vermittelt, dass "geil" kein gesellschaftsfähiges wort ist. davon, dass geiz keine tolle sache ist mal ganz zu schweigen...

Echt sympathisch, der Herr Grasel!

alle drei angefuehrten werbungen

sind wirklich aus der letzten schublade!

hab ich mir auch gedacht,

kenn den andreas aber sehr gut persönlich, is ein ganz lieber, aber bei der video - wahl bin ich auch ausgestiegen ..

Die Frage sollte eher lauten, wer von uns nimmt noch Online-Werbung wahr ?

Bannerflächen gehen ja m. E. noch, bei Videos usw. erreicht man offenbar nur: die User schalten alles ab (Plugins, Pop ups, tlw. Java ..sehe ich in den Firmen, mit denen wir zu tun haben).

Auch die Werbebanner auf Standard.at gehen mir langsam auf die Nerven.

solangs keine popups sind störens mich nicht. also einfach nicht hinsehen

kostenloses medium

sie scheinen in ihrer argumentation zu vergessen, dass es die werbung ist, die ihnen den kostenlosen konsum dieses mediums rund um die uhr ermöglicht.

denn die redakteure tippen sicher nicht umasonst

redakteure tippen nicht, die lassen tippen

die redakteure tippen sicher nicht umsonst

aber für fast GRATIS!

... was ist "fast gratis" in Zahlen (ca.) ?

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