Israelische Minister fordern Wiedereinnahme von Gaza-Übergang

25. Oktober 2006, 18:43
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Angeblich werden über Grenze zu Ägypten Waffen geschmuggelt - "Jedes Zögern ist gefährlich und wir müssen sofort handeln"

Jerusalem - Israelische Minister und ein General haben eine Wiedereinnahme des Grenzübergangs zwischen dem Gazastreifen und Ägypten gefordert, um palästinensischen Waffenschmuggel zu unterbinden. "Jedes Zögern ist gefährlich und wir müssen sofort handeln", sagte Industrie- und Handelsminister Eli Jischai der Schas-Partei am Sonntag. Zwei weitere Minister und General Jom-Tow Samia vom Südkommando schlossen sich dem an. Damit solle verhindert werden, dass die radikale Palästinenser-Gruppe Hamas die Strategie der Hisbollah im Libanon-Krieg nachahme. "Das müsste in den kommenden Tagen oder Wochen stattfinden", sagte Samia dem Armee-Hörfunk.

Schmuggel

Israel hatte nach seinem Abzug vor etwa einem Jahr aus dem Gazastreifen auch die Kontrolle über den Grenzübergang abgegeben. Israelischen Schätzungen zufolge sind seitdem Tonnen von Waffen und Munition von Ägypten aus nach Gaza geschmuggelt worden. Sami forderte nicht nur, den etwa zwölf Kilometer langen Streifen wieder unter israelische Kontrolle zu bringen, sondern ihn zusätzlich als Pufferzone weiter auszubauen. Dies könnte die Zerstörung von palästinensischen Häusern bedeuten. Aus politischen Kreisen verlautete, Ministerpräsident Ehud Olmert werde am Dienstag oder am Mittwoch mit seinen Ministerin einen größeren Anti-Schmuggel-Einsatz in Gaza besprechen. Allerdings dürfte der Einsatz vermutlich nicht vor einer für November geplanten US-Reise Olmerts stattfinden.

Das israelische Heer ist seit Juni wieder im Gazastreifen im Einsatz. Damals war ein israelischer Soldat von Palästinensern verschleppt worden. Bei dem Einsatz sind etwa 250 Palästinenser getötet worden. Zudem kommt es dort zu Gefechten zwischen den rivalisierenden Gruppen der Fatah und der Hamas. Die regierende Hamas hat sich der Vernichtung Israels verschrieben. (Reuters)

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