Russland drängt USA zu Flexibilität

31. Oktober 2006, 10:23
1 Posting

Rice wirbt in Moskau für Nordkorea-Strategie

Moskau - Einen Tag nach dem EU-Gipfel mit Russland im finnischen Lahti hat US-Außenministerin Condoleezza Rice am Samstag in Moskau für die Einhaltung demokratischer und menschenrechtlicher Standards appelliert. Zudem traf sie sich mit dem Sohn der vor kurzem ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja sowie deren Kollegen von der Zeitung Novaja Gaseta. Das Schicksal von Journalisten in Russland sei "sicher ein Grund zu großer Besorgnis", sagte sie.

Moskau war die letzte Station der Asien-Reise der Außenministerin. Damit wollte sie auch mit Russlands Führung das Vorgehen gegen Nordkorea nach dem mutmaßlichen Atombombentest koordinieren. Moskaus Außenminister Sergej Lawrow hatte die USA schon zuvor zu mehr Flexibilität gedrängt, vor allem in Bezug auf Finanzsanktionen.

"Arbeiten konsequent"

Unter strenger Geheimhaltung traf sich Rice mit Präsident Wladimir Putin, Lawrow und Verteidigungsminister Sergej Iwanow. "Wir arbeiten konsequent mit Pjöngjang im Sinne einer Zurückhaltung und einer Absage von jähen Schritten", sagte Lawrow gegenüber der Presse. Laut einem US-Vertreter habe man darüber geredet, "die Kontrollen an den Grenzen Russlands zu Nordkorea zu verstärken". Auch scheine klar, "dass Russland die UN-Resolution 1718 (vom 14. Oktober, Anm.) ernst nimmt". (sed/DER STANDARD, Printausgabe, 23.10.2006)

Share if you care.