Putin warnt vor Katastrophe bei Gewalt gegen Iran

27. Oktober 2006, 09:06
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Russischer Präsident zu Israels Premier Olmert: Lösung des Atomstreits nur auf Verhandlungsweg möglich

Jerusalem/Wien - Der russische Präsident Wladimir Putin hat eindringlich vor einem militärischen Vorgehen gegen den Iran im Atomstreit gewarnt. Dies könnte eine Katastrophe für die gesamt Welt zur Folge haben. Mit diesen Worten zitierte die israelische Zeitung "Haaretz" Putin am Sonntag in ihrer Internetausgabe bei seinem Treffen mit Israels Premier Ehud Olmert vergangene Woche in Moskau.

Demnach sprach Olmert mit Putin zwar nicht über militärische Optionen im Atomkonflikt mit dem Iran. Er unterstrich aber, nicht allein die USA, auch Russland müsse Verantwortung übernehmen, um sicherzustellen, dass sich der Iran nicht atomar bewaffnet.

Darauf antwortete der russische Präsident laut "Haaretz", er habe zuletzt mit seinem US-Kollegen George W. Bush und dessen Beratern darüber gesprochen, wie man verhindern könne, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Auf die Frage, ob die Amerikaner dazu auch eine Militäraktion in Betracht zögen, habe er keine Antwort erhalten, erklärte Putin gegenüber dem israelischen Regierungschef.

Die russische Regierung sei jedoch davon überzeugt, dass nur durch Verhandlungen Teherans Atomambitionen gebremst oder gestoppt werden könnten. Ein militärisches Vorgehen sei für Moskau keine Option, so "Haaretz". Olmert hatte bei seinem Besuch in Moskau darauf gedrängt, sich den von den USA und Europa geplanten Sanktionen anzuschließen. Die Iraner müssten Angst bekommen, so Olmert. Das Büro des israelischen Premiers wollte den Bericht des Blattes nicht kommentieren.

In Israel hofft man, dass Russland dem Iran mit einem Stopp der Arbeiten am Atomreaktor Bushehr drohen könnte oder damit, keine Brennstäbe dafür zu liefern. Die Inbetriebnahme des mit russischer Hilfe errichteten AKW sei bereits vier Jahre in Verzug. Russische und westliche Experten machten dafür sowohl technische als politische Gründe verantwortlich. Man gehe davon aus, dass Moskau kein Interesse an einem atomar bewaffneten Iran habe, so "Haaretz". (APA)

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