Die Lösung liegt in der Wand

21. November 2006, 12:50
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Computernetzwerk ohne bohren oder abseits von WLAN: Für kleine Büros bietet sich die einfach zu handhabende Homeplug-Technologie an

Wien - Im Kindergarten Spatzennest in der Wiener Mariahilfer Straße dürfen sich auch die Kleinen im Internet tummeln. Selbstverständlich unter der Aufsicht von Erwachsenen. Und wie sich vermutlich viele vorstellen können, mit erstaunlicher Versiert- und Selbstsicherheit. Wie es sich für die Umgebung geziemt, ist der Rechner, der für den Eintritt ins World Wide Web genützt wird, in einem Kästchen in einem der Spielzimmer verstaut. Dieser und ein weiterer Computer im Büro bilden ein kleines Netzwerk via Stromleitung.

Kleiner Aufwand

Homeplug nennt sich die Technologie, die Stromleitung als Netzwerkverbindung zu nützen. Wieso mag man sich nun fragen, sollte man sich für diesen Weg entscheiden, wo es doch WLAN oder Kabel gibt? Christoph Rössler, Marketingmann der deutschen Devolo AG bemüht überzeugende Argumente. „Sich vorhandene Infrastruktur zunutze zu machen“, sagt er, „ist die Idee, die dahinter steckt.“ Der Aufwand für ein Netzwerk ist nicht nennenswert. Einen Router in der Preisklasse von rund 90 Euro an das Internet koppeln und mittels eines Verbindungsstückes an eine beliebige Steckdose anschließen, fertig ist das Netzwerk. Homeplug-Empfangseinheit an eine andere Steckdose anstecken, mit Passwort und Benutzernamen in das Netzwerk einwählen und lossurfen.

Alternative zum Datenfunk

Homeplug funktioniert ähnlich wie das Babyfon. Zwei Module sind vonnöten um den Datentransfer in Gang zu bringen. Verfügbar sind sie in einer Preisklasse von rund 130 bis 150 Euro, zu haben für verschiedene Übertragungsgeschwindigkeiten, aufgerüstet mit WLAN für das Notebook oder auch um sich das Fernsehkabel zur Datenübertragung zu erschließen.

Dort wo dicke Mauern, Stahlbeton oder andere Metallteile den Datenfunk per WLAN behindern ist Homeplug eine gute Alternative. „Eine Netzabdeckung von 200 Metern innerhalb von Gebäuden reicht für das eigene Haus allemal aus“ wirbt Rössler für seine Technologie, die ursprünglich für Privathaushalte gedacht war. Weil die Installation so einfach funktioniert, empfiehlt sie sich auch für kleine Büros, Steuerberatungskanzleien oder Hotels. (rb)

Wissen:

HomePlug nutzt das vorhandene Stromnetz im Haus. In jedem Zimmer, in dem eine Steckdose ist, stehen die Daten zur Verfügung. Die Adapter werden wie normale Stecker in die Steckdose gesteckt und durch ein Netzwerkkabel mit der Netzwerkkarte eines Computers verbunden. Der HomePlug 1.0 Standard erreicht theoretisch 14Mbit/s und eine max. Reichweite von 200 m innerhalb eines Stromkreises. So können auch mehrere Stockwerke überbrückt werden. Zum Aufbau eines Netzes sind zumindest zwei solcher Adapter nötig. Der Einsatzbereich der Homeplug-Technologie liegt bei kleinen LANs.

  • Mit einem MicroLin-dLAN-Wireless Verteiler (wiederum angesteckt an eine Steckdose) kann auch in einem Raum ein Funknetzwerk eingezogen werden. Der Vorteil: mehrere Nutzer können sich drahtlos in das Netzwerk einklinken.
    foto: devolo

    Mit einem MicroLin-dLAN-Wireless Verteiler (wiederum angesteckt an eine Steckdose) kann auch in einem Raum ein Funknetzwerk eingezogen werden. Der Vorteil: mehrere Nutzer können sich drahtlos in das Netzwerk einklinken.

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