Israel gibt Einsatz von Phosphorbomben im Libanon-Krieg zu

25. Oktober 2006, 18:42
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Gegen Hisbollah-Ziele - Hochgiftig und verursachen schwere Verbrennungen

Tel Aviv - Israel hat nach einem Zeitungsbericht erstmals den Einsatz von Phosphorbomben gegen Ziele der radikalen Hisbollah- Miliz während des jüngsten Libanon-Kriegs zugegeben. Die israelische Zeitung "Haaretz" schrieb am Sonntag, der Minister Yaakov Edri habe nach einer entsprechenden Anfrage einer Abgeordneten den Einsatz solcher Waffen bestätigt. Phosphor ist hochgiftig und verursacht bei Menschen schwere und oft tödliche Verbrennungen. Bisher hatte Israel angegeben, solche Bomben nur zur Markierung von Zielen oder Gebieten zu benutzen.

"Die israelische Armee hat während des Kriegs gegen Hisbollah Phosphorgranaten bei Angriffen auf militärische Ziele in offenen Gebieten eingesetzt", sagte Edri dem Bericht zufolge. Dennoch betonte er, Israel habe sich bei dem Einsatz der hochgiftigen Waffe an das internationale Gesetz gehalten. Er teilte nicht mit, welche Ziele genau angegriffen wurden.

Chemische Waffen

Der libanesische Präsident Émile Lahoud hatte Israel während des Libanon-Kriegs den Einsatz von Phosphorbomben vorgeworfen, nachdem von schweren Verbrennungen bei Zivilisten berichtet worden war. Es gibt Experten, die wegen der hochgiftigen Wirkung fordern, Phosphorbomben als chemische Waffen einzustufen und generell zu verbieten. Israel und die USA haben Zusatzprotokolle zur Genfer Konvention von 1949, die unterschiedslose Angriffe verbieten, nicht unterzeichnet. (APA)

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