ver.di kündigt Proteste gegen Arbeitsplatzabbau bei KDG an

31. Oktober 2006, 10:18
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"Den personellen Kahlschlag werden wir nicht mitmachen"

Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat den geplanten Stellenabbau bei Kabel Deutschland (KDG) scharf kritisiert und Proteste angekündigt. "Den personellen Kahlschlag werden wir nicht mitmachen", sagte ver.di-Telekomexperte Jürgen Richter am Sonntag. Die Gewerkschaft werde die Belegschaft und die Betriebsräte im Kampf um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze unterstützen. Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber hatte am Freitag angekündigt, im Bereich regionale Technik 380 der bisher 800 Vollzeitarbeitsplätze zu streichen.

Nach Informationen von ver.di geht die Zahl der möglicherweise betroffenen Stellen jedoch weit über die vom Unternehmen eingeräumten 380 Arbeitsplätze hinaus. Die Unternehmensführung habe gegenüber der Belegschaft erklärt, dass auch für die verbleibenden 420 Stellen eine teilweise oder komplette Ausgliederung oder ein Verkauf nicht ausgeschlossen werden könnten.

Damit wären insgesamt sogar 800 von 2600 Stellen bei KDG betroffen. Außerdem sehen die Planungen vor, dass im Zuge der erneuten Restrukturierung von den bundesweit 36 Standorten insgesamt 27 geschlossen werden sollen, teilte die Gewerkschaft weiter mit.

Das Unternehmen hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von knapp 77 Millionen Euro ausgewiesen und auch im ersten Quartal 2006/07 (31. März) rote Zahlen geschrieben. Mit Hilfe der Einsparungen peile man nun für das Jahresende 2007 beziehungsweise Anfang 2008 schwarze Zahlen an, hatte ein Sprecher am Freitag gesagt. Im Zuge der Einschnitte komme es auch zu strukturellen Veränderungen der bisher 36 regionalen Standorte.

Die Steuerung der Service-Techniker solle künftig an voraussichtlich neun Standorten konzentriert werden, sagte der Sprecher. Dadurch würden wohl auch etwa fünf bis zehn Standorte geschlossen, die Details müssten aber noch in den Verhandlungen mit den Beschäftigtenvertretern geklärt werden. Der überwiegende Teil der Standorte werde aber voraussichtlich lediglich verkleinert. (APA/Reuters)

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