Die Grünen haben den Blues

27. Oktober 2006, 14:47
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Rapid ließ auch im Spiel gegen Ried keine Aufwärtstendenz erkennen, die Anhänger reagieren zunehmend angefressen

Wien - Bei Rapid geht nichts weiter. Die Hütteldorfer mühten sich am Samstag in der 13. Bundesliga-Runde im Hanappi-Stadion zu einem 2:2 gegen SV Ried und zeigten dabei wieder jene Schwächen, die sich wie ein roter Faden schon durch die gesamte Saison ziehen: Auf Grund mangelnder Kreativität im Mittelfeld und harmloser Stürmer können Gegner nur selten unter Druck gesetzt werden, dazu kommen immer wieder Unkonzentriertheiten in der Abwehr und in Helge Payer ein verunsicherter Goalie.

Die Fans hatten schon aus dem 0:2 in der Vorwoche in Graz gegen Sturm ihre Konsequenzen gezogen und in der ersten Hälfte die Arbeit eingestellt. "Dass die Fans mit unserer Leistung in Graz nicht zufrieden waren, ist verständlich. Mich freut es aber, dass sie sich immer etwas Neues einfallen lassen. In der zweiten Hälfte haben sie uns zum Ausgleich getrieben", konnte Trainer Peter Pacult dem Verhalten der Anhänger auch Positives abgewinnen.

Pacult bewahrt Ruhe

Pacult ("Wir müssen mit dem Unentschieden leben, auch wenn es schwer ist") hatte bei Amtsantritt die Devise ausgegeben, den Abstand zur Spitze bis zum Winter nicht zu groß werden zu lassen - sechs Spiele und sieben Punkte nähert man sich aber eher dem Ende der Tabelle an. Das Duell mit der Austria in zwei Wochen im Hanappi-Stadion könnte erstmals in der Geschichte des österreichischen Fußballs zu einem echten Abstiegs-Derby werden.

Allzu dramatisch sieht Pacult die Situation dennoch nicht. "Es ist immer mühsam, unter dem Jahr Statements abzugeben. Abgerechnet wird für mich erst am Schluss", erklärte er und kündigte "konzentriertes Weiterarbeiten" an. "In der Ruhe liegt die Kraft", betonte der Coach. Immerhin habe seine Mannschaft in der zweiten Hälfte gute Ansätze gezeigt. "Nach dem 1:2 haben wir Moral gezeigt und weitergekämpft", sagte Pacult. Der zweite Gegentreffer entsprang einem erneuten Fauxpas des herauseilenden Payer, der Ried-Stürmer Kastner außerhalb des Strafraums anköpfelte und sich danach ein gellendes Pfeifkonzert gefallen lassen musste.

Payers Aktion sorgte auch bei Pacult für Stirnrunzeln: "Wenn ich rausgehe, muss ich energisch rausgehen." Öffentliche Schuldzuweisungen vermied er. "Ich habe drei Meinungen: Eine für die Presse, eine für die Spieler und eine für mich." (APA)

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