Rapid kann Ried nicht schlagen

25. Oktober 2006, 10:31
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Nach zweimaligem Rückstand schaut für die Hütteldorfer vor eigenem Publikum nur ein glückliches 2:2 heraus

Wien - Rapid Wien und die SV Ried haben sich nach einem spannenden Spiel mit einem 2:2 (0:1)-Unentschieden getrennt. Vor 11.600 Zuschauern im Hanappi-Stadion (Saison-Minusrekord) sorgte Brunmayr (28.) für die überraschende Pausenführung für die Oberösterreicher. Nach dem Seitenwechsel traf Hoffer zunächst zum Ausgleich (79.), ehe Kastner Sekunden später wieder die Führung herstellte (79.). Bilic verhinderte mit seinem Ausgleich (88.) jedoch noch die zweite Heimniederlage für Rapid.

Ried knapp am Erfolg im Hanappi

In der Tabelle verbesserte sich das vormalige Schlusslicht Ried damit auf Rang acht, Rapid ist nur einen Platz davor Siebenter. Die Innviertler verpassten mit dem Remis in Wien auch ein Novum in der Klubgeschichte. Die SV wartet seit dem Aufstieg in die Bundesliga im "St. Hanappi" weiterhin auf den ersten vollen Erfolg, in 19 Duellen mit dem Rekordmeister haben die Rieder nur fünf Punkte aus Wien entführt.

Nach dem enttäuschenden 0:2 gegen Sturm Graz machten die Rapid-Fans vor dem Spiel ihren Unmut kund: Begleitend zum Plakat "Was ihr könnt, können wir auch: 45 Minuten nix" stellten sie ihre Unterstützung ein. Laut wurde es aus den Fan-Sektoren erst, als die Grün-Weißen nach der ersten Spielhälfte mit einem Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet wurde.

Führung aus dem Nichts

Rapid, wo Katzer sein Comeback nach zwei Monaten Verletzungspause feierte, präsentierte sich nach der Schlappe in Graz im Mittelfeld ideenlos und im Angriff wenig durchschlagskräftig. Nur in der Anfangsphase war Ried-Torhüter Berger durch ein Katzer-Kopfball (7.) und ein Fernschuss von Korkmaz (9.) beschäftigt. Auch Ried blieb 45 Minuten lang ungefährlich, erzielte aber aus dem Nichts das 1:0: Nach einem weiten Pass von Glasner auf Damjanovic bediente dieser Brunmayr, der Payer keine Chance ließ (28.). Es war der erste Bundesliga-Treffer für den Stürmer nach seiner Rückkehr nach Ried im Sommer des Vorjahres. Vorisek suchte per Fernschuss sein Glück (29.), dasselbe hatte jedoch sein Teamkollege Valachovic, als ihm Schiedsrichter Krassnitzer nach einer Notbremse gegen Damjanovic nur Gelb zeigte.

Die Rapid-Fans stellten nach dem Seitenwechsel ihren Boykott wieder ein, auch das Spiel der Grün-Weißen verbesserte sich. Ried vergab durch Brunmayr, dessen Schuss aus spitzem Winkel Payer mit den Fingerspitzen abwehrte (49.), die Chance auf die mögliche Vorentscheidung, zog sich danach aber weit zurück. Der eingewechselte Dollinger (65.) scheiterte ebenso am starken Berger wie Plassnegger und Kavlak (beide 67.).

Turbulente Rapid-Viertelstunde

In den letzten elf Minuten überschlugen sich dann die Ereignisse. Nachdem der eingewechselte Hoffer per Kopf den Ausgleich erzielt hatte (79.), sorgte Kastner nur Sekunden später nach einem weiten Abschlag wieder die Rieder Führung her (79.). Der aus dem Tor geeilte Payer hatte den Stürmer angeköpft. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit wurden die in der zweiten Spielhälfte klar besseren Wiener doch noch belohnt: Eine Plassnegger-Flanke drückte Bilic zum 2:2-Ausgleich über die Linie (88.). (APA)

  • SK Rapid Wien - SV Josko Ried 2:2 (0:1)
    Wien, Hanappi-Stadion, 11.600, SR Manfred Krassnitzer.

    Tore: 0:1 (28.) Brunmayr 1:1 (79.) Hoffer 1:2 (79.) Kastner 2:2 (88.) Bilic

    Rapid: Payer - Plassnegger, Valachovic, Martin Hiden, Katzer (55. Matthias Dollinger) - Korkmaz (62. Hoffer), St. Kulovits (73. Hlinka), Vorisek, Kavlak - Bilic, Kincl

    Ried: H.-P. Berger - Brenner, Glasner, Jank, Rzasa - Hackmair (67. P. Wolf), Martinez, Drechsel, Pichorner - Brunmayr (78. Kastner), Damjanovic (60. T. Eder)

    Gelbe Karten: Kavlak, Valachovic, Hiden bzw. T. Eder

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Helge Payer sucht nach seinem wenig energischem Kopfball-Rettungsversuch vergeblich den Ball. Daniel Kastner traf weil er getroffen wurde.

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