bwin will Verträge mit deutschen Fußball-Bundesliga-Vereinen kündigen

29. Oktober 2006, 17:01
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Rückzug auch aus mehreren Internet-Kooperationen - EU will deutschen Glücksspiel-Staatsvertrag nicht hinnehmen

Der österreichische Sportwettenanbieter bwin will Konsequenzen aus seinen rechtlichen Problemen in Deutschland ziehen. "Dort, wo wir nicht mehr mit unserer Marke bwin auftreten können, werden wir Verträge kündigen", sagte der Chef der deutschen Niederlassung, Jörg Wacker, der "Wirtschaftswoche". Zunächst sollen demnach die Werbeverträge mit den Fußballvereinen Borussia Dortmund und dem VfL Bochum gekündigt werden. Nach Angaben des Magazins will sich der Anbieter auch aus mehreren Internet-Kooperationen zurückziehen. Bwin wirbt zum Beispiel bei Spiegel Online und GMX.

Benachteiligung

EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy will indes den von den deutschen Ministerpräsidenten geplanten Glücksspiel-Staatsvertrag nicht hinnehmen. Die Regelungen benachteiligten private Anbieter, deshalb widersprächen sie der Dienstleistungsfreiheit im Binnenmarkt und verstießen gegen EU-Recht, sagte der irische Politiker in einem am Samstag im Voraus veröffentlichtem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 13. Dezember abschließend über den Staatsvertrag zum Lotteriewesen beraten. Sie wollen Werbung für Glücksspiel weitgehend einschränken und das Monopol der Länder bei Wetten und Lotterie verteidigen.

Regeln für Alle

Niemand hindere Deutschland daran, strenge Regeln für das Glücksspiel zu erlassen, sagte McCreevy weiter. "Es müssen nur Regeln sein, die für jeden gleichermaßen gelten, also für private und staatliche Anbieter." Das Argument, staatliche Lottogesellschaften seien weniger profitorientiert als die private Konkurrenz, bestritt der Binnenmarktkommissar.(APA/AFP)

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