Maßnahmen gegen moslemische Flughafenangestellte in Paris

23. Oktober 2006, 19:59
20 Postings

Wurde Zugang zur Zollzone verweigert - Proteste wegen religiöser Diskriminierung

Paris - Personalvertreter in den Pariser Flughäfen und Menschenrechtsorganisationen haben dagegen protestiert, dass zunehmend mehr moslemischen Angestellten aus Furcht vor Terrorakten der Zutritt zu den Zollbereichen der Airports Charles-de-Gaulle und Orly verweigert wird. Es handle sich um "reine Paranoia", kritisierten die Gewerkschaften, die eine Klage wegen "religiöser Diskriminierung" eingereicht haben.

Nach Angaben der Behörde zur Terrorismusbekämpfung UCLAT ("Unité centrale de lutte antiterroriste") wurde einigen Dutzend Angestellten der Flughafengesellschaft "Aéroports de Paris" (ADP), zumeist Moslems, der Zugang der so genannten "reservierten Zone" untersagt, einem Sicherheitsbereich in der Nähe der Landebahnen. Die Menschenrechtsorganisationen MRAP ("Mouvement contre le racisme et pour l'amitié entre les peuples") sprach dagegen von etwa 100 betroffenen Personen seit dem vergangenen August.

>Gerichtliche Ermittlung

Die Staatsanwaltschaft von Bobigny bei Paris hat infolge einer Anzeige der Gewerkschaft CFDT eine gerichtliche Ermittlung eröffnet. Die CFDT beanstandete insbesondere, dass den Koffertransporteuren ihre berufliche Habilitierung auf Grund ihrer religiösen Zugehörigkeit entzogen worden sei. (APA)

Share if you care.