Israels Botschafter in Berlin: Rechtsextreme keine Randerscheinung

25. Oktober 2006, 11:48
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Stein: Juden in Deutschland fühlen sich unsicher

Berlin - Der israelische Botschafter in Berlin, Shimon Stein, hat vor einer Verharmlosung des Rechtsextremismus in Deutschland gewarnt. Es handle sich nicht mehr um Randerscheinungen, wenn Rechtsradikale den Weg in die Landtage von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen gefunden hätten, sagte Stein der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag.

Seinem Eindruck nach fühlten sich die Juden in Deutschland unsicher. "Sie sind nicht mehr in der Lage, ihr jüdisches Leben hier frei zu führen." Stein verwies darauf, dass Synagogen und Gemeindehäuser streng bewacht seien und Normalität auf sich warten lasse.

Gemeinsamen Initiative gegen den Rechtsradikalismus

Der israelische Botschafter forderte Politiker, Kirchen, Gewerkschaften und Sportverbände zu einer gemeinsamen Initiative gegen den Rechtsradikalismus auf. Für diese Aufgabe seien mehr Finanzmittel notwendig. Sie könne "nicht allein mit Sonntagsreden bewältigt werden".

Für Samstag hat die rechtsextreme NPD vor einer Justizvollzugsanstalt in Berlin zu einer Demonstration aufgerufen. Sie will für die Freilassung eines wegen Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie Volksverhetzung verurteilten rechtsextremen Musikers demonstrieren. Nach Polizeiangaben sind mehrere Gegendemonstrationen angekündigt worden. (APA/Reuters)

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