Hirschkuh brachte Kitz einer verwandten japanischen Art zur Welt

27. Oktober 2006, 20:27
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Gentechniker erproben Technik zur Erhaltung bedrohter Arten

Nouzilly - In Frankreich hat eine gewöhnliche Hirschkuh als Leihmutter ein Kitz der verwandten japanischen Art des Sikawildes zur Welt gebracht. Wie die Gentechniker des Nationalen Instituts für Landwirtschaftliche Forschung (Inra) am Freitag in Nouzilly bei Tours mitteilten, kam das männliche Kitz, das den Namen "Milou" erhielt, bereits am 25. August auf die Welt. Das japanische Sikawild ist dem europäischen Damwild ähnlich, hat aber kein Schaufel-, sondern ein Stangengeweih.

In der Geburt des Sika-Kitzes sehen die Inra-Forscher insofern einen gentechnischen Fortschritt, als die angewandte Technik grundsätzlich auch die Reproduktion von Arten erlaubt, die vom Aussterben bedroht sind. "Milou" wurde in vitro aus eingefrorenen Sika-Spermien und Eizellen von Sika-Hirschkühen gezeugt und der europäischen Hirschkuh eingepflanzt, die also lediglich die Funktion einer Leihmutter übernahm und kein eigenes Erbgut beisteuerte.

Das Einpflanzen eines in vitro erzeugten Embryos der eigenen Art in die Gebärmutter einer gewöhnlichen Hirschkuh war bereits vor zwei Jahren gelungen. (APA)

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