USA: Dow Jones auf Allzeithoch

24. Oktober 2006, 15:12
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Ein Kommentar von Ronald Stöferle aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die US Aktienmärkte entwickelten sich in der abgelaufenen Handelswoche uneinheitlich. Während der Dow Jones ein neues Allzeithoch markierte und erstmals über der Marke von 12.000 Punkten schliessen konnte, verloren S&P 500 und insbesonders die Technologiebörse Nasdaq ein wenig an Terrain. Angetrieben wurden die Kurse in erster Linie von einem anhaltend niedrigen Ölpreis, einem überwiegend positiven Start in die Berichtssaison zum dritten Quartal und überraschend guten Arbeitsmarktdaten. Belastend wirkten sich zur Wochenmitte Gewinnmitnahmen aus, zudem gab die Fed einen überraschend deutlichen Rückgang der Industrieproduktion bekannt.

Bisher ist die Berichtssaison äußerst positiv angelaufen. Nachdem 21 % der Unternehmen ihre Zahlen zum 3. Quartal veröffentlicht haben, konnten 72 % positiv überraschen, 18,8 % der Zahlen lagen im Rahmen der Erwartungen und 9,2 % der Ergebnisse enttäuschten.

Im Finanzsektor enttäuschte Wachovia, das Ergebnis fiel erwartungsgemäß aus, die Umsätze sowie der Ausblick fanden bei den Anlegern jedoch wenig Zustimmung. Auch der Discount-Broker Charles Schwab konnte zwar gute Zahlen präsentieren, die Erwartungen jedoch nicht schlagen. Der Gewinn im 3. Quartal konnte um 29 % gesteigert werden, der Umsatz erhöhte sich um 13 %.

Auch Citigroup stand im Fokus. Die größte Bankgesellschaft in den USA verzeichnete einen Nettogewinnrückgang in Höhe von 23 %, das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft verbesserte sich hingegen um 6 %. Etwas schwächer notierten auch Anteilsscheine der Bank of America, obwohl man einen deutlichen Gewinnsprung verzeichnen konnte und die Erwartungen leicht schlagen konnte. Unter den Einzelhandelswerten tendierte WalMart schwächer. Einem Pressebericht zufolge hat der Konzern der Übernahme einer chinesischen Supercenter- Kette für rund 1 Mrd. Dollar zugestimmt.

Coca-Cola konnte die Anleger überzeugen. Das Unternehmen profitierte insbesonders von einem starken Wachstum in den Emerging Markets und konnte aufgrund dessen seinen Gewinn stärker als prognostiziert steigern. Im Technologiesektor brachen AMD-Papiere um fast 13 % ein, nachdem die vorgelegten Zahlen die Erwartungen zwar übertreffen konnten, die Gewinnmargen sich jedoch enttäuschend entwickelten. Deutlich über den Erwartungen lag wieder einmal Apple. Aufgrund höherer Verkaufszahlen beim MacBook und iPod konnte man einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg verbuchen, die Aktie legte knapp 6 % zu. Auch das Auktionshaus eBay konnte überzeugende Zahlen ausweisen. Das Nettoergebnis belief sich demnach auf USD 280,9 Mio. bzw. 20 Cents je Aktie, nach USD 255 Mio. bzw. 18 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum.

Im Bereich der Börsenbetreiber setzt sich die Konsolidierung indes fort. So kündigte die Chicago Mercantile Exchange an, den Konkurrenten Chicago Board of Trade für USD 8 Mrd. übernehmen zu wollen. Die CBOT-Aktie legte um knapp 20 % zu, auch Anteillscheine der CME notierten fester.

Für die nächste Handelswoche gehen wir von einem positiven Kursverlauf der USBörsen aus, sofern die aktuelle Reporting Season weiterhin so gut verläuft. Auch von volkswirtschaftlicher Seite erwarten wir zahlreiche Impulse.

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