Opec verknappt Angebot, Preise steigen wieder

23. Oktober 2006, 11:23
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Drosselung der Förderung um 1,2 Millionen Fass pro Tag ist die erste Förderkürzung seit mehr als zwei Jahren

Wien/Doha – Die in der Nacht auf Freitag von der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) beschlossene und mit 1,2 Mio. Fass am Tag (je 159 Liter) höher als erwartetet ausgefallene Kürzung der Förderung hat den Ölpreis nach oben getrieben. Die für Europa maßgebliche Sorte Brent ist um rund 40 Cent auf knapp 61,30 Dollar je Fass geklettert, US-Öl (Light Sweet Crude) hat sich um etwa 50 Cent auf rund 59 Dollar verteuert.

"Der Kürzungsbeschluss ist ein deutliches Signal, dass die Opec gegen den Preisverfall vorgehen will", sagte der Österreich-Chef des Ölhändlers PVM, Johannes Benigni, dem STANDARD. Die von Opec-Vertretern angedeutete Möglichkeit einer Förderkürzung um weitere 500.000 Fass beim nächsten Ministertreffen am 14. Dezember in Abuja, Nigeria, könnte den Ölpreis auf höherem Niveau stabilisieren. Rohöl ist derzeit um rund 20 Dollar billiger als im Sommer.

Erste Drosselung seit zwei Jahren

Die mit 1. November in Kraft tretende Förderkürzung ist die erste des Kartells seit mehr als zwei Jahren. Statt 27,5 Mio. Fass will die Organisation nur mehr 26,3 Mio. Fass pro Tag fördern. Das liegt deutlich unter der von der Opec vereinbarten Förderobergrenze von 28 Mio. Fass. Der Irak ist zwar Mitglied des Ölkartells, wird in der Quotenberechnung aber nicht berücksichtigt.

Am stärksten drosselt Saudiarabien seine Förderung, und zwar um 380.000 Fass am Tag. Saudiarabien ist mit etwa 7,5 Mio. Fass am Tag der größte Ölproduzent des Kartells. Auch alle anderen Förderländer wolen weniger Öl fördern. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21./22.10.2006)

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