Weitere 450.000 Euro fürs Volkstheater

31. Oktober 2006, 12:37
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Stadt gewährt Sondersubvention - Grüne: "Es ist nicht einzusehen, dass die großen Institutionen ohne große Probleme an Geld kommen können

Die Finanzsituation bleibt undurchsichtig Wien – Das Volkstheater erhielt im Vorjahr von der Stadt Wien 5,72 Millionen Euro – und damit um bloß 6000 Euro mehr als 2001. Die Stafettenübergabe von Langzeitdirektorin Emmy Werner an Michael Schottenberg, der sich von 20 Mitarbeitern trennte (was ziemlich hohe Abfertigungskosten nach sich zog), ließ sich damit aber nicht finanzieren.

Bereits nach einem halben Jahr, im März, rief der neueDirektor um Hilfe: Ihm sei "eine Schuldenlast" von 918.000 Euro hinterlassen worden. Emmy Werner protestierte gegen diese Darstellung – und kündigte rechtliche Schritte an. Aber Schottenberg machte dennoch die teilweise Tilgung der Schulden zur Bedingung seines Weiterverbleibs. Kulturstadtrat Andreas Mailath Pokorny (SP) zierte sich: Er verwies auf den Bund, der seine Subvention gekürzt hatte.

Am 3. Oktober jedoch bat Mailath den Kulturausschuss umZustimmung für eine "teilweise Abdeckung des Verlusts" 2005 in der Höhe von 450.000 Euro. VP und Grüne verweigerten diese, was an sich keine Konsequenzen hat, weil die SP mit absoluter Mehrheit regiert: Am Mittwoch wird auch der Gemeinderat den Antrag absegnen.

Die VP fordert eine Erhebung des Gesamtfinanzbedarfes, wie Kultursprecher Franz Ferdinand Wolf seiner ehemaligen Zeitung, dem Kurier, sagte. Zudem vermisse er nach wie vor eine Bilanz für das Jahr 2005. Ähnlich argumentiert auch Marie Ringler von den Grünen. Sie erinnert daran, dass Schottenberg letztes Jahr weitere 865.000 Euro für Umbaumaßnahmen (etwa roter Stern auf dem Dach, Rote Bar und die so gut wie nicht verwendete Spielstätte Hundsturm) erhielt. Und gegenüber dem Kurier bekannte Pokorny, dass es zusätzlich "Entschuldungsmaßnahmen" in unbekannter Höhe gab.

Ringler: "Es ist nicht einzusehen, dass die großen Institutionen, darunter die Symphoniker und die Festwochen, ohne große Probleme an Geld kommen können, während die kleinen kaum eine Chance haben." Sie stören die Relationen. Die Drachengasse zum Beispiel erhält 475.000 Euro – fürs ganze Jahr allerdings. (Thomas Trenkler/ DER STANDARD, Printausgabe, 23.10.2006)

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