Slowenien macht Ernst mit Atomausbau

29. Oktober 2006, 19:02
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Zweiter Reaktor im Kernkraftwerk Krsko und fünf Wasserkraftwerke an der Save geplant

Laibach - Mit den slowenischen Atomausbauplänen wird es nun offenbar ernst. Wirtschaftsminister Andrej Vizjak hat am Freitag angekündigt, dass auf dem Gelände des bestehenden Atomkraftwerks Krsko ein neuer Reaktor gebaut wird. Dies sei im neuen staatlichen Programm für den Kraftwerksbau vorgesehen, sagte Vizjak bei einer Pressekonferenz in der Stadt Brezice (Rann).

Baubeginn 2013

Das neue Werk dürfte im Jahr 2017 in Betrieb gehen, erwartet Vizjak. Die Baugenehmigung werde für 2008 erwartet, der Baubeginn soll im Jahr 2013 erfolgen. Die Baukosten werden voraussichtlich zwei Milliarden Euro betragen. Anders als das bereits bestehende Kraftwerk wird die Anlage in slowenischen Eigenregie errichtet, eine Beteiligung Kroatiens ist diesmal nicht vorgesehen. Das AKW Krsko war Anfang der 1980er vom damaligen Jugoslawien mit westlicher Technologie errichtet worden. Die beiden Teilrepubliken Slowenien und Kroatien wurden Hälfteeigentümer am Meiler, der unweit der kroatischen Grenze im Südosten Sloweniens liegt.

Steigender Energieverbrauch

Vizjak begründete den Entschluss für den Bau eines neuen Reaktors mit dem steigenden Energieverbrauch. Slowenien müsse schon jetzt den elektrischen Strom einführen, mit dem erweiterten Werk würde es zum Energieexporteur.

Einigung mit Kroaten

Der Wirtschaftsminister nannte jedoch eine Bedingung für den Bau des zweiten Reaktorblocks. Vor Baubeginn müsse eine dauerhafte Lösung für den Atommüll gefunden werden, der bisher im AKW Krsko zwischengelagert wird. Mit den Kroaten, die die Hälfte des produzierten Stroms in Krsko beziehen, konnte bisher keine Einigung erzielt werden. Die slowenische Forderung, Kroatien müsse auch die Hälfte des Atommülls aufnehmen, stößt auf taube Ohren.

Pläna am Fluss Sava

Vizjak sprach bei der Pressekonferenz auch über den Verlauf der Aufstellung von fünf Wasserkraftwerken am Fluss Sava (Save). Das Projekt wird voraussichtlich 460 Millionen Euro kosten, die jährliche Produktion wird 716 Gigawatt-Stunden Strom betragen. (APA)

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