Individualisierung als Chance für klassische Medien

25. Oktober 2006, 11:45
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Qualität und Marke künftig wichtiger denn je

Printmedien werden in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich bis zu einem Viertel ihrer Reichweite einbüßen, beim Radio könnten es bis zu 50 Prozent sein. Diese nicht gerade rosige Prognose stellte Michael Bohn, Geschäftsführer von ZenithOptimedia beim "Zukunftsgipfel" der Münchner Medientage angesichts der zunehmenden Digitalisierung und Individualisierung der Branche. Die "Branche" selbst, sah das naturgemäß anders.

Chancen für neue Geschäftsmodelle

An den schleichenden Niedergang des Zeitungssektors glaubten weder Christoph Keese, Chefredakteur der "Welt am Sonntag", noch Gert Edlinger, Redaktionschef der Tageszeitung "Österreich". Noch nie hätte ein neues ein altes Medium abgelöst, erklärte Keese. Freilich gelte es auch für Zeitungen, auf neue Vertriebsmittel und Medien aufzuspringen. "Wir dürfen uns als Redaktion nicht an den Druck gebunden fühlen", betonte Keese. Angesichts des überproportionalen Wachstums des Internets und der stetig zunehmenden Mediennutzung würden sich hier schließlich auch Chancen für neue Geschäftsmodelle öffnen.

Was künftig wichtiger denn je sein werde, seien Qualität und Marke: "Qualität wird mit Sicherheit das bestimmende Element für den Erfolg in Zukunft sein", sagte Peter Kloeppel, Chefredakteur beim deutschen Privatsender RTL.

Agenda Setting und Orientierung

Gerade in Zeiten der Individualisierung und Informationsüberflutung brauche es Agenda Setting und Orientierung, so Edlinger von "Österreich". Dies könnten und müssten die heutigen Printprodukte auch künftig leisten. Zustimmung erhielt er von Marcus Englert, Vorstand von SevenOneMedia, der betonte, die Individualisierung des Marktes stärke die Macht der Marke. Überproportionales Wachstum sagte Englert dem Internet voraus, wobei er betonte, dass sich auch die Mediennutzung noch um ein Vielfaches erhöhen werde. (APA)

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