WWF-Studie: Ostsee-Dorsch akut gefährdet

27. Oktober 2006, 20:27
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EU solle Fang der östlichen Bestände vorerst einstellen

Hamburg - Der Bestand des Ostsee-Dorsches ist nach einer Studie der Umweltschutzorganisation WWF akut gefährdet. Der größte Bestand in der östlichen Ostsee zwischen Bornholm und Finnland sei bereits um ein Drittel geschrumpft, teilte der WWF am Freitag in Hamburg mit.

"Zu hohe Fangquoten, schlechtes Management und illegale Fischerei drohen einen ganzen Wirtschaftszweig zu ruinieren", sagte die Meeresbiologin Heike Vesper. Der WWF fordert von der EU, den Fang der östlichen Bestände vorerst einzustellen. Die Zahl der Fangschiffe müsse dauerhaft drastisch reduziert werden. In der Nordsee und vor Kanada seien die Bestände des dort Kabeljau genannten Fisches bereits weitgehend zusammengebrochen.

Nach Berechnungen des WWF hat die Überfischung der Dorsche auch große wirtschaftliche Konsequenzen. Bei einem gesunden Bestand könnten jedes Jahr etwa 160.000 Tonnen in der Ostsee gefangen werden. "Der wirtschaftliche Verlust liegt Jahr für Jahr im dreistelligen Millionen-Bereich", sagte Vesper. "Bei einem Zusammenbruch der Fischerei drohen tausende Arbeitsplätze verloren zu gehen." In Kanada hätten 40.000 Menscher ihre Arbeit verloren, als 1992 die Kabeljau-Fischerei zusammenbrach. (APA/dpa)

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