Beim Sportklub geht's rund

10. November 2006, 13:54
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Willy Kaipel löste Dominik Thalhammer interimis­tisch als Coach ab - Vizepräsident Udo Huber sieht keine Krise, glaubt weiterhin an den Titel

In Wien-Dornbach hat Willy Kaipel schon einiges erlebt und mitgemacht. Das neue Trainingszentrum in der Erdbrustgasse im 16. Bezirk unweit des Stadions im 17. an der Alszeile aber findet er toll, "weil man sich hier wirklich zu Hause fühlt und sich Nachwuchs, Kampfmannschaft und Angehörige in angenehmer Athmosphäre kennen lernen können." Für Kaipel hat sich sogar "eine Vision verwirklicht".

Nun ist das Sportklub-Urgestein zum wiederholten Male Coach des Wiener Regionalligisten. Folglich ist Dominik Thalhammer nicht länger in Amt und Würden. Der Trainer, der zuvor den Admiranern die Wadln nach vorn gerichtet hatte und die Dornbacher nach der Beurlaubung von Petar Segrt seit 9. Jänner diesen Jahres trainierte, wurde "nach großem Druck von verschiedenen Seiten", so sagt uns Udo Huber, seines Zeichens Vizepräsident des WSK, beurlaubt.

Warum eigentlich?, wollte derStandard.at wissen und bohrte weiter. "Obwohl er ganz gut gearbeitet hat, seine Linie mit Konsequenz verfolgt hat, war er nicht bei allen Leuten beliebt. Die Beziehung zu Präsidium und Vorstand war zwar stets gut, aber er wurde nicht von allen Fans - egal von welcher Tribüne - mit offenen Armen aufgenommen. Sein System Fußball zu spielen, hat einigen nicht gefallen. Er hat immer gesagt, die Meisterschaft gewinnst du mit Defensive, einzelne Spiele entscheidet man mit Offensive."

Nun soll es wieder einmal Willy Kaipel richten, der Sportliche Leiter, der immer zur Stelle ist, wenn es brennt, sieht jedoch dieses Mal keinen akuten Notfall, die Stimmung in der Mannschaft sei gut, nur die Tatsache, dass der große, starke Kader bewirke, dass einige gute Akteure auf der Bank und der Tribüne Platz nehmen müssten, schmerze ihn. Mit kleinen Veränderungen, gleichem System, aber taktischen Veränderungen und mehr Flanken sollen Tore und auch Erfolge erzielt werden.

"Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah", sagt Philosoph Udo Huber. "Als Sportlicher Leiter mit allen UEFA-Lizenzen war es nur logisch, wieder Kaipel einzusetzen, interimistisch wohlgemerkt. Wir haben jetzt noch vier Spiele, dann gibt es eine längere Pause zum Nachdenken." Interessenten gäbe es schon einige, Namen will uns der legendäre "Die Großen Zehn"-Moderator noch nicht nennen.

Dass man mit der Ablöse Thalhammers gewartet hätte, bis leichtere Häppchen (Admira Amateure, Ritzing) auf dem Speiseplan stünden, lehnt Huber kategorisch ab. "Das ist Blödsinn, es gibt - wie wir alle wissen - doch keine leichten Gegner mehr. Die Liga ist ausgeglichen, abgesehen von Eisenstadt, vielleicht die engste Liga Österreichs überhaupt. Schließlich waren schon die Vienna, Schwadorf, die Rapid Amateure und auch wir an der Tabellenspitze."

"Von einer Krise", sagt Udo Huber weiters, "kann nicht im geringsten die Rede sein. Es gab ja bisher nur eine Niederlage, leider aber auch zu viele Unentschieden. Er habe erst kürzlich mit der Mannschaft gesprochen, die Stimmung sei in jedem Fall sehr gut und er glaube und hoffe nach wie vor, dass der WSK am Ende an der Spitze stehen wird. "Alles was es jetzt braucht, ist ein Ruck, um den Geist wieder zu beleben."

Und am Freitag war dieser Ruck dann auch gleich spürbar, das erste Match der Ära nach Thalhammer brachte mit einem 5:0 (2:0)-Sieg - soviele Treffer hat das Publikum in Dornbach lang nicht mehr zu sehen bekommen - gleich einen Torregen. Die Torschützen waren Dorner, Pistrol und dreimal Akaslan. (Thomas Hirner)

  • Udo Huber: "Es gibt keine leichten Gegner mehr. Die Liga ist abgesehen von Eisenstadt ausgeglichen und vielleicht die engste Liga Österreichs überhaupt."
    foto: standard/newald

    Udo Huber: "Es gibt keine leichten Gegner mehr. Die Liga ist abgesehen von Eisenstadt ausgeglichen und vielleicht die engste Liga Österreichs überhaupt."

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