Kein Ende der Brandserie im Innviertel

23. Oktober 2006, 11:12
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Wieder ein Brand in der Nacht auf Freitag - Diesmal war ein Autohaus betroffen - mit Chronologie

Linz - Die Brandserie im Innviertel geht weiter. In der Nacht auf Freitag ist es erneut zu einem Feuer gekommen. In Altheim im Bezirk Braunau explodierte ein Reifencontainer, der auf dem Werkstättengelände eines Autohauses abgestellt war. Die im Freien stehenden Autos brannten vollständig aus, hieß es am Freitag seitens der Sicherheitsdirektion.

Ursache unklar

Der Container explodierte kurz vor 1.00 Uhr. Sämtliche Fenster des Werkstättengebäudes wurden zerstört. Das angrenzende Gebäude war durch den entstandenen Brand jedoch nicht gefährdet. Die Ursache für die Explosion in Altheim war vorerst unklar.

In St. Ägidi im Bezirk Schärding, wo am Mittwoch eine Scheune bis auf die Grundmauern niedergebrannt war, konnte keine Brandstiftung nachgewiesen werden. Die Beamten haben in den Ermittlungen zur Ursache weder einen technischen Grund noch die Verwendung eines Brandbeschleunigers festgestellt. Zeugen gaben Hinweise darauf, dass eine unvorsichtig weggeworfene Zigarette das Feuer ausgelöst haben könnte.

"Störung der Impulskontrolle"

Die Brandstiftungen geben auch Rätsel über mögliche Täterprofile und die psychischen Hintergründe für solches Handeln auf. Grundlegend handle es sich dabei um eine Störung der Impulskontrolle, meinte der ärztliche Direktor der Oberösterreichischen Landes-Nervenklinik in Linz, Werner Schöny, am Freitag im Gespräch mit der APA.

"Diese Menschen haben sich nicht im Griff", sagte der Psychiater. Impulshandlungen - zu denen beispielsweise auch die Kleptomanie gehöre - seien nicht steuerbar. Ein unerfülltes Geltungsbedürfnis, ein unbefriedigtes Sexualleben oder aufgestaute Aggressionen seien meist das Motiv, einen Brand zu legen, um damit - oftmals enthemmt durch den Einfluss von Alkohol - "Rache an der Gesellschaft zu üben", so Schöny weiter.

Brandstifter würden sich nach außen meist völlig unauffällig verhalten und deshalb lange Zeit unentdeckt bleiben. Das Feuer übe auf sie eine große Wirkung aus und sie empfänden übermäßiges Interesse und krankhafte Freude am Umgang damit, weshalb mögliche Täter oft im näheren Umfeld der Feuerwehr zu finden seien, meinte Schöny.

"Der Täter handelt aus Frust", meinen auch die Ermittler. Sicherheitsdirektor Alois Lißl geht davon aus, dass der Brandstifter "Bruchstellen" aufweise: In der Familie, mit seinem Partner oder Arbeitgeber dürfte es Konflikte geben. Indem er Brände lege, wolle sich der Täter abreagieren, so der Sicherheitsdirektor. (APA)

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