ICBC: Anleger reißen sich um Aktien

24. Oktober 2006, 10:01
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Chinesische Bank setzt Ausgabepreis offenbar am obersten Ende fest - Bisher größte Platzierung der Welt

Hongkong - Die chinesischen Bank ICBC hat Kreisen zufolge den Ausgabepreis für ihren Börsengang an der Spitze der angepeilten Spanne festgesetzt und damit 19 Mrd. Dollar (15,1 Mrd. Euro) eingenommen. Somit ist dies die bisher größte Platzierung der Welt. Bisher führte die Rangliste NTT aus Japan mit 18,4 Mrd. Dollar an.

Das Pekinger Institut habe die Aktien zum Stückpreis von 3,07 Hongkong-Dollar (0,31 Euro) verkauft, sagte eine mit dem Börsengang vertraute Person am Freitag. Die Zeichnungsfrist für institutionelle Investoren in den USA endete am Mittwoch, in Hongkong am Donnerstag. Der Gang der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) aufs Börsenparkett ist für den 27. Oktober in Schanghai und Hongkong geplant.

22 Milliarden Dollar

ICBC wird Kreisen zufolge bei dem Börsengang fast 22 Mrd. Dollar einnehmen. Das Pekinger Geldhaus habe den Ausgabepreis seiner Aktien wegen der Rekordnachfrage am oberen Ende der Preisspanne festgesetzt, sagten mit der Sache vertraute Personen am Freitag. Damit werde der Konzern 19 Mrd. Dollar einnehmen. Zudem werde ICBC die Mehrzuteilungsoption voll ausüben und so insgesamt 21,9 Mrd. Dollar erlösen.

Damit verdrängt die chinesische Bank, an der auch die Allianz beteiligt ist, den bisherigen Spitzenreiter NTT Mobile Communications aus Japan mit einem Volumen von 18,4 Mrd. Dollar auf Platz zwei der weltgrößten Börsengänge. Es ist zudem das erste Mal, dass die neuen Aktien gleichzeitig in China und der Sonderverwaltungszone Hongkong ausgegeben werden. Der Börsengang in Hongkong und Schanghai ist für den 27. Oktober geplant.

Analysten erwarten nun, dass die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) bei ihrem Handelsdebüt einen erfolgreichen Start hinlegt: "Ich glaube, dass wir angesichts der starken Liquidität an der Hongkonger Börse und der starken Nachfrage am ersten Tag einen Kursanstieg von mehr als zehn Prozent sehen könnten", sagte Y.K. Chan von Phillip Capital Management.

Münchner Allianz

Einer der Gewinner des Börsengangs könnte die Münchner Allianz sein. Sie hatte Anfang des Jahres für etwa eine Milliarde Dollar 2,5 Prozent an der ICBC gekauft. Auch die Deutsche Bank ist als einer der Emissionsbanken an der Platzierung beteiligt und kann Finanzkreisen zufolge auf Millionen-schwere Einnahmen hoffen.

ICBC hatte im Vorfeld des Börsengangs aus der ganzen Welt Bestellungen im Wert von mehr als 400 Mrd. Dollar für die in Hongkong zu handelnden Aktien erhalten. Interesse zeigten institutionelle Investoren sowie Kleinanleger. Deswegen habe sich ICBC entschieden, die Mehrzuteilungsoption von 15 Prozent auszuüben, sagte ein beteiligter Banker.

Nach dem Ende der Zeichnungsfristen in dieser Woche teilte ICBC am Freitag gut 35 Mrd. Aktien zum Stückpreis von 3,07 Hongkong-Dollar sowie 13 Mrd. Anteilsscheine für je rund 3,11 Yuan zu. Damit erreichte die staatlich kontrollierte Bank ihr Ziel, mehr als 30 Mrd. Papiere in Hongkong und 13 Mrd. Aktien in Schanghai zu platzieren. Die Preisspanne hatte sie zwischen 2,56 und 3,07 Hongkong-Dollar angesetzt. Durch den Aktienverkauf erreicht das Institut einen Wert von insgesamt 129 Mrd. Dollar und wird damit zur siebentgrößten Bank der Welt.

Die starke Nachfrage nach ICBC-Aktien zeigt das wachsende Vertrauen der Investoren in die chinesische Bankenindustrie und die boomende Wirtschaft des Landes. Die Papiere anderer ehemals staatlicher Institute des Landes, die in diesem Jahr ebenfalls an die Börse gegangen sind wie etwa die Bank of Communications haben drastische Kursanstiege verzeichnet. Die kommunistische Regierung will durch die Privatisierung ausländische Investoren anlocken und verspricht sich davon Milliardeneinnahmen. (APA)

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