"San Francisco Chronicle" unterstützt Schwarzeneggers Wiederwahl

23. Oktober 2006, 13:03
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Linksliberales Blatt auf Seiten des republikanischen Gouverneurs - Herausforderer Angelides ohne Führungsqualitäten

San Francisco - Nach der "Los Angeles Times" unterstützt nun auch der "San Francisco Chronicle" die Wiederwahl von Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Der Republikaner verdiene es, am 7. November wieder gewählt zu werden, heißt es in einem Editorial in dem linksliberalen Blatt. San Francisco gilt als Hochburg der Demokraten in Kalifornien. In den USA geben viele Zeitungen Wahlempfehlungen ab.

"Gouverneur Arnold Schwarzenegger sagte, dass in seinem dritten Jahr im Amt 'etwas ganz Besonderes passiert' sei. 'Wir haben den Groove gefunden', meinte er in einem Gespräch mit dem Chronicle vergangene Woche. Und Sacramento hat bei diesem neuen gemeinsamen Rhythmus mitgemacht. Die soeben beendete Legislaturperiode war eine der produktivsten in der jüngeren Geschichte. Der republikanische Gouverneur und die demokratischen Abgeordneten haben für langfristige Ziele zusammengearbeitet (Verbesserung des Transportsystems, Beitrag zum Stopp der Erderwärmung) und für kurzfristige Anliegen (Anhebung des Mindestlohns, Reform der Pflegesysteme, billigere Medikamente für Personen ohne Krankenversicherung), die sich auf das Leben der Kalifornier auswirken werden.

Schritt in die politische Mitte

.... Die zynische Interpretation von Schwarzenegger 2006 ist, dass sein Schritt in die politische Mitte eine Verschwörung ist, um ihm in einem ausgeprägt demokratisch gesinnten Bundesstaat die Wiederwahl zu sichern. Natürlich gibt es in der Politik nie Garantien, aber unserer Ansicht nach ist die Bereitschaft eines Politikers, offen Fehler einzugestehen und den Kurs zu wechseln - in Inhalt und in Formfragen - erfrischend und gesund. ....

Schwarzenegger bezeichnet sich selber als 'in Steuerfragen konservativ, in Gesellschaftspolitik moderat und in Umweltfragen progressiv' - was ihn genau in den kalifornischen Mainstream platziert. Er hat Bereitschaft gezeigt, zuzuhören und zu führen. Sein demokratischer Herausforderer, Finanzminister Phil Angelides, hat keine Führungsqualitäten gezeigt, die ihn befähigen würden Koalitionen zu bilden um Egoismus, Ehrgeiz und Parteienzwist zu überwinden, die dem Fortschritt in Sacramento im Wege stehen. Angelides kämpft sogar damit, die Demokraten für den Wahlkampf zu inspirieren. .... In Schwarzenegger haben die Kalifornier einen Gouverneur, der zuhören kann, sich auf ein Thema konzentrieren und die Führung übernehmen kann. Er verdient es, am 7. November wiedergewählt zu werden." (APA)

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