Zwei EU-Diplomaten in Äthiopien festgenommen

21. Oktober 2006, 22:55
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Angeblich Hilfe für Ausreise Krimineller geplant - EU-Kommissar Michel: "Völlig inakzeptabel"

Addis Abeba - In Äthiopien sind zwei europäische Diplomaten festgenommen und zu unerwünschten Personen erklärt worden. "Zwei Diplomaten der Europäischen Union wurden festgenommen und zu 'persona non grata' erklärt", sagte ein Vertreter des äthiopischen Außenministeriums am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur AFP in Addis Abeba.

Die Diplomaten seien in der nahe der Grenze zu Kenia gelegenden Stadt Moyle im Süden das Landes festgenommen worden. Die äthiopischen Behörden werfen ihnen den Angaben zufolge vor, versucht zu haben, heimlich mit Kriminellen nach Kenia auszureisen. Die Diplomaten sollen nun ausgewiesen werden.

EU: "Völlig inakzeptabel"

EU-Kommissar Louis Michel hat die Ausweisung als "völlig inakzeptabel" kritisiert. Er habe den äthiopischen Botschafter einbestellt, um nähere Einzelheiten zu erfahren, sagte Michel, der bei der EU für die Entwicklungshilfe zuständig ist, am Freitag in Brüssel.

Aus der EU-Kommission verlautete, die beiden Mitarbeiter stammten aus Schweden und Italien und seien für die Vertretung der EU-Kommission in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba tätig. Michel sagte, noch lägen ihm keine genauen Informationen zu dem Vorfall vor. Die EU ist einer der bedeutendsten Geldgeber Äthiopiens, hat die Regierung aber gleichzeitig wegen ihres harten Vorgehens gegen Oppositionelle und Journalisten wiederholt scharf kritisiert.

Die Europäische Union hat den Staaten am Horn von Afrika Partnerschaften angeboten, um besser nach Lösungen für die regionalen Konflikte suchen zu können. Die Region gehöre zu den ärmsten und konfliktträchtigsten der Welt, sagte Michell. Der Grenzkonflikt zwischen Äthiopien und Eritrea, die Krise in Somalia und die Konflikte im Sudan und im Norden Ugandas hätten negative Auswirkungen auf die Region als Ganzes. Die von der EU angebotene Partnerschaft solle regionale Initiativen ermöglichen, die auch mit der Afrikanischen Union (AU) abgestimmt werden sollen. Dabei geht es um eine bessere politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit. (APA)

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