Serbischer Ministerpräsident kritisiert Ahtisaari

23. Oktober 2006, 12:37
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Mission des UN-Sondergesandten sei gescheitert - Kostunica lehnt Abschluss der Verhandlungen bis Jahresende ab

Belgrad - Der serbische Ministerpräsident Vojislav Kostunica hält die Mission des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari zur Klärung des künftigen Status des Kosovos für gescheitert. Zugleich wandte er sich am Donnerstag gegen den bisherigen Zeitplan der Kosovo-Gespräche, der eine Abschluss bis zum Jahresende vorsieht.

Ahtisaari ist gegen eine Verlängerung der Gespräche. Der frühere finnische Präsident hatte in der vergangenen Woche erklärt, er sehe kaum noch eine Verhandlungslösung im Streit um die südserbische Provinz. Die Regierung in Pristina sei zwar zu Zugeständnissen bereit gewesen, Belgrad aber weit weniger, sagte Ahtisaari.

Ablöse Athisaaris gefordert

Die serbische Seite hat bei den Verhandlungen wiederholt die Überparteilichkeit Athisaaris in Frage gestellt und dessen Ablösung gefordert. In der noch formal serbischen Provinz Kosovo sind rund 90 Prozent der etwa zwei Millionen Bewohner albanischer Abstammung. Nur 100.000 Serben leben in der Provinz, die seit dem Ende des Kriegs 1999 unter UN-Verwaltung steht. Die Albaner fordern die Unabhängigkeit des Kosovos, die Serben lehnen dies ab.

Der zum Jahresende auslaufende Vertrag Ahtisaaris mit den Vereinten Nationen wurde unterdessen bis Juni 2007 verlängert, wie eine Sprecher der Delegation Athisaaris am Donnerstag in Pristina mitteilte. Die Verlängerung habe verwaltungstechnische Gründe und stehe nicht in Zusammenhang mit einer möglichen Verlängerung der Kosovo-Verhandlungen in das nächste Jahr hinein, sagte die Sprecherin.

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana räumte allerdings am vorigen Dienstag ein, dass der künftige Status des Kosovos möglicherweise erst im kommenden Jahr geklärt werden könne. Es sei wahrscheinlich, dass Ahtisaari seinen Zeitplan anpassen müsse. (APA)

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